Chelsea-Juventus + Tottenham-Lazio (19.+20.9.2012)

Spontan ging es diesmal nach London um gleich zwei Duelle zwischen Teams von der Insel und vom Stiefel zu sehen. Hauptaugenmerk lag natürlich bei Spurs gegen Lazio. Kartenmäßig war es diesmal ein wenig anstrengender. Chelsea gab es nur 2 Tickets pro Member, also mal wieder irgendwie Mitglied werden. Kartenpreise dafür human und für alle Sektoren gleich (mit dem bekannten Trick lässt sich noch mehr sparen, wir verzichteten darauf). Für Tottenham wollte man Karten für den Gästesektor, diese gab es allerdings nur in Rom. Dank einiger Lazio-Supporter erhielt man diese auch (wie sich aber herausstellte für einen zusätzlichen SSL-Sektor auf der Haupttribüne).

London ist mittlerweile schon bekannt, daher wollte man neue Gegenden kennenlernen und nächtige in Leyton. Dort dürften auch schon unsere Freunde vom Collettivo IncUdine abgestiegen sein, etliche Aufkleber wiesen darauf hin. Nach kurzem Shopping im Westfield Stratford (nebenbei werden gerade die Olympia-Stadien abgebaut) ging es schon raus zur Stamford Bridge. Massig Leute liefen herum, allerdings typische Touristenatmosphäre. Also rein ins Stadion. Das füllte sich bis zum Ankick komplett. Darunter auch etwa 1000 Juve-Tifosi, die sich spärlich bemerkbar machten. Chelsea bejubelte den CL-Pokal (“The Champions of Europe”), das war es dann aber auch schon wieder mit der Lautstärke. Spiel plätscherte vor sich hin, der späte Ausgleich sorgte wenigstens für Spannung. Stimmungsmäßig aber hüben wie drüben nicht das Gelbe vom Ei. Stamford Bridge ist an sich ein nettes Stadion, die Sicht auf das Feld war auch von unseren Plätzen Spitze. Viel mehr gibts aber gar nicht zu sagen.

Nach kurzem Sightseeing ging es retour nach East London. Natürlich komplett verlaufen und so war man erst weit nach Mitternacht in der Hapfen. Am nächsten Tag das obligatorische Shopping und die Kartenabholung am Trafalgar Square. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich die ersten Biancoceleste ein. Dabei wurde man Zeuge wie man in England mit Sandlern umgeht. Das monatliche Bad in der Fontäne wurde unsanft von Securities beendet. Bei uns hätte man ihm wohl eher eine Wohnung angeboten. Wir müssten retour ins Hotel um rechtzeitig um 16 Uhr beim Curva Nord Treffpunkt bei der Liverpool Street zu sein. Nach und nach trudelten immer mehr Römer ein und es wurde lautstark supportet. Vor allem das Singen im Bahnhof wusste zu gefallen. Einige Yids machten sich durch nervendes “Yid-Army” Geheul bemerkbar, nach lautstarken “ICF” Rufen inkl. Präsentation der zugehörenden Fahne (samt Leuten) waren sie aber wieder ruhig. Mit der Bahn inkl. Riot Police Begleitung ging es raus nach Tottenham. Eine Gegend ganz nach dem Geschmack der Römer und so begrüßten sie die Anwohner herzlich. Natürlich gab es rund ums Stadion nichts zu trinken. Als Österreicher war es aber kein Problem ins angrenzende Tottenham Pub zu kommen. Dort war man doch über die Anzahl überrascht. Sicherlich 300 Tottenham Supporter tranken gemütlich ihr Pint und schauten in Ruhe Bern-Liverpool. Draußen marschierten etliche Gruppen Italiener (inkl. Freunde von West Ham) rum, man machte aber keine Anstalten etwas dagegen zu unternehmen.

Das Stadion wie auch am Tag zuvor ziemlich geil. Stimmungsmäßig war Tottenham aber ähnlich wie Chelsea. 2-3 laute Rufe, ansonsten sitzen und zuschauen. Ganz anders aber die Laziali. Feiner Support, der aber nicht jedem gefiel und so dürften sie ziemlich sicher eine Strafe seitens der UEFA bekommen. Lautstärke und Melodie passten aber im Gegensatz zu Juve hervorragend. Das Spiel am Feld war dagegen ein Langweiler. So sah man sich im Stadion etwas um. Leider passten die Ordner genau auf, dass niemand Richtung Gästesektor vorstieß. So haute man sich einen Pie rein und machte die Sitzplätze wieder unsicher. Viel tat sich auch hier nicht mehr. Das interessanteste war noch wie schnell sich das Stadion leerte (keine 5 Minuten). Wir machten uns am Weg zum Gästesektor und marschierten dann wieder mit dem Corteo retour. Tottenham ließ sich nur aus der Ferne blicken und so gabs nur kurze Stoßereien mit den Cops. Alles in allem war es aber um vieles besser wie tags zuvor.

Freitag machte sich dann die meiste Hektik vor den diversen Apple Stores breit. Während in Österreich auf den Bahnhöfen gebettelt wird,stellt sich selbes Klientel in London ums iphone5 an. Skurrile Welt.

Damit war der Ausflug auch schon zu Ende. Wie nach jedem England Ausflug schwört man sich, sicher nicht mehr, aber im Endeffekt landet man immer wieder drüben. Wem es gefällt…

FC Zürich – FC Luzern 0:0 (15.04.2012)

Nur das Wiener Derby im Fernsehen, dann doch lieber einen Abstecher nach Zürich machen. FC Zürich galt vor einiger Zeit zudem als Nummer 1 der Schweiz. Mit dem railjet erreicht man die Metropole sehr bequem, bei Schönwetter wäre es zudem eine sehr nette Bahnstrecke entlang des Sees. In Zürich angekommen war man dann schnell einmal überrascht. Anstatt eine feine, saubere Stadt zu sehen zu bekommen, erinnerte es doch stark an Wien. Viele Schmierereien an den Wänden und ähnliche Bevölkerungsverteilung wie in unserer Hauptstadt. Einzig die Preise waren noch geschmalzener (aber wer weiß was Häupl und Vassilakou noch alles einfallen). 4,10SFR für eine einfach Trämli-Fahrt ist heftig. Zum Stadion bei Regen zu laufen wäre dann aber auch nicht so bequem gewesen. Wenn die Bimstation nicht Letzigrund heißen würde, würde man wohl vorbeifahren. Von außen erinnert hier nichts an ein Stadion. Verrostete Wände und Zäune (dürfte aber geplant sein) war alles was man sah. Kassen suchte man zu früher Stunde vergeblich, doch fand man dann doch noch eine hinter dem Gästesektor. 90 Franken für die Gerade war aber ein schlechter Scherz. Am günstigsten bekam man für 30 Franken eine Südkurvenkarte. Bezahlung geht aber nur mit Bargeld. Wo kommt man denn hin, wenn man vermutet in Zürich mit Karte zahlen zu können? Ist natürlich das gleiche mit der anschließenden Bankomatsuche. Eine Trämli-Station retour und dort gabs dann endlich einen Automaten.

Dann konnte auch vorm Stadion eine Wurst zu landestypischen Preisen erworben werden. Rund ums Stadion sammelten sich bei den wenigen Ständen schon Mitglieder der Zürcher Südkurve, ehe es sehr zeitig ins Stadion ging. Es war einfach kaum etwas los und das Wetter versprach auch nichts tolles. Drinnen konnte dann aber der Stand der Südkurve aufgesucht werden, wo ein Mädel bereits alles mögliche verscherbelte. Optisch wussten die Teile sehr zu gefallen, wäre schön wenn es bei uns auch mal ähnliches geben würde. Ich versorgte mich mit Lesestoff von den Boys Zürich. Dieses Heftl für 5 Franken ist durchaus zu empfehlen, gibt es etliche Einblicke über die Repressionen in der Schweiz.

Luzerner waren schwer abzuschätzen würde auf so 6-700 tippen. Diese machten sich auch vor dem Anstoss mit Fahnen und Gesängen bemerkbar. Südkurve war noch am chillen und hatzen. Irgendwie dürfte schweinzen hier zum guten Ton gehören, denn es roch fast überall so. Selbst Kinder (wohl kaum älter wie 14) bauten sich schon was zsam. Musikalisch untermalt wurde das ganze von Reggaemusik in der Kurve.

Wie eingraucht legten sie dann aber auch los. Intro mit Fahnen und Schals sah noch gut aus, Stimmung war dann aber eher eine Schlaftablette. Luzern legte dagegen einen sehr feinen Auftritt hin. Zwar zeigte man auch nur Fahnen, diese aber durchgehend und dazu jede Menge Gesang und Bewegung. War sehr positiv überrascht.

Am Feld war es allerdings ein Armutszeugnis, speziell vom FCZ. Luzern spielte Katz und Maus mit den Zürchern. Ein Eckenverhältnis von 12:1 sagt wohl alles. Ich war echt überrascht wie paniert die Heimischen auftraten.

Die Südkurve wachte in der zweiten Hälfte aber dann doch auf. Speziell mit Wechsel des Vorsängers ging dann wieder mehr und so konnten einige sehr leiwande Lieder vernommen werden.

Auch wenn der Auftritt nicht so toll war, konnten doch etliche Erkenntnisse mitgenommen werden. Das Auftreten der Leute ist sehr ordentlich. Fast jeder trägt Vereinsfarben, mit den Südkurve-Klamotten erhält man zudem stylische Teile. Jogger und Air Max gehören wohl sowieso zum Standardrepertoire. Auf auffallend das doch etliche Mädls ebenso rumliefen und in aktiven Rollen auftauchten. Bei uns wohl unvorstellbar (beiderseitig her). Lieder wurden ebenso wie in Stuttgart über lange Zeit durchgesungen, was bei uns auch nie klappen wird (ebenso mit dem Halten der Geschwindigkeit). Was mir auch auffiel an D und CH: Es gibt viel mehr Bewegung in den Kurven. Hüpfen, Pogen und vor allem Fahnenschwenken. Dagegen ist unsere Kurve quasistatisch. Aber schauen wir was die Zukunft bringt.

FC Wil – SR Delemont 6:1 (14.04.2012)

Tags darauf ging es zum Sightseeing nach St. Gallen. Wirklich viel ist nicht los, bei dem schlechten Wetter aber auch kein Nachteil. Preislich war es aber der Hammer. 11 Franken für einen Kebap oder 3,50 für einen Mäci-Chesseburger sind nicht mehr normal. So blieb es bei Supermarktnahrung.

Wil ist etwa 30 Minuten von St. Gallen entfernt und spiel aktuelle in der 2. Liga. Da das Bergholzstadion umgebaut werden soll, muss man nach Ende der Saison nach St. Gallen ausweichen. Eine optimale Gelegenheit also für einen Besuch. Für 10 Franken gabs die ermäßigte Steherkarte, viel mehr wäre es auch nicht wert gewesen. Haupttribünensitzplatz für 35 Franken? Idiotisch. Stadion könnte genauso gut in der Regionalliga West sein, denn außer ein paar Sitzplätzen und betonierten Stufen war da nicht. Mit der Steherkarte konnte man am ganzen Platz herumgehen und somit brauchte man nicht mehr. Gastro war diesmal relativ klein, doch gab es etliche Schmankerln. Vor allem die Bratwurt im Säckli wusste zu gefallen. Anstatt alles auf einen Pappteller zu klatschen, geben es die Schweizer in ein Papiersackerl, womit man es viel einfacher und ohne schmutzig machen essen kann. Dazu gibt’s eine Scheibe Brot. Preislich war man mit 6 Franken dabei, utopisch eigentlich.

Zuschauerzahl heute betrug 820, sah eigentlich nach noch weniger aus. Der Heimblock umfasste etwa 50 Personen und machte sich eigentlich hauptsächlich durch die unzähligen Aufkleber rund um das Stadion bemerkbar. Man muss aber dazusagen, dass sie auch drinnen brav sangen und auch ihre Fahnen brav schwenkten. Gästefans waren gezählte 5 anwesend. Gästesektor wäre eigentlich ziemlich fein gewesen, die Holzstufen erinnerten sehr ans Nonntal. Auch die Spuren von Pyrotechnik und Klebeband deuteten darauf hin, dass hier noch vor kurzem größere Fankurven anwesend waren. Die Feinheiten des Gästesektors  nutzten dann auch die Heimischen, in dem sie in Hälfte 2 den Platz wechselten. Hier konnten sie wieder fleißig gegen den unbeliebten Torwart von Delemont pöbeln.

Am Feld war es eine sehr eindeutige Angelegenheit. Wil schoss ein Tor nach dem anderen und musste sich nur in der Schlussminute geschlagen geben. Damit sollten sie die Klasse halten können. Auffallend übrigens die Vielzahl an Legionären im Team (4 oder 5 Schwarze, 1 Chinese….). Dürfte halt üblich sein.

VfB Stuttgart – Werder Bremen 4:1 (13.04.2012)

Für 50 Euro wurden sich im Vorfeld sichtbehinderte Plätze besorgt. Happig jedoch sind 35 Euro für die Kurve auch nicht gerade wenig. Frühzeitig beim Stadion angekommen, musste man doch mal überlegen ob heute Fußball angesagt ist. Man sah zwar etliche grüne Shirts, doch statt dem Werder Logo fand sich eher der Spruch „U C Me“ wieder. Dazu noch Pappschilder mit Botschaften. Rasch klärte sich das ganze aber auf als am Daimler Stadion vorbei in die Porsche Arena gegangen wurde. Dort fand heute die Wrestlemania Revenge Tour statt.  Leider zeitgleich, denn ein wenig Wrestlingaction wäre schon fein gewesen. So ging es stattdessen ins Palm Beach neben dem Stadion. Lokal war gesteckt voll und zeigte 2. Bundesliga. Preislich etwas höher, Essen sah dagegen sehr gut aus und vor allem dem Auge wurde etwas geboten ;-)

Man wollte dann aber doch im Stadion das Angebot probieren und wechselte die Lokalität. Dort aber der erste Schock: Bezahlung nur mit VfB-Fankarte. Wie in Deutschland üblich? Leider nein, denn hier funktioniert das ganze wie eine Prepaidkarte. Man kauft sich die Karte für 1 oder 3 Jahre, behält diese dann und kann sich online Geld rauf- oder runterladen. Angeblich kann man damit auch außerhalb des Stadions bezahlen. Für Einmalbesucher natürlich unnötige Kosten.

Die Stimmung wurde dann aber rasch durch Grillkäse-Sandwich und Steaksemmel aufgebessert. Gastronomisch gibt es nichts zu bemängeln, eventuell noch die Preise.

Stadion selber ist schon mächtig, hat auch schon einiges an Jahre auf dem Buckel und wurde für die WM renoviert. Die sichtbehinderten Plätze empfehlen sich übrigens für Kurveninteressierte. Dadurch, dass die Trainerbank im Weg ist, sieht man eine Ecke nicht, dafür optimale Sicht auf beide Fanblöcke und 20 Euro günstiger wie eine normale Karte.

Sowohl Cannstätter Kurve wie auch der Gästeblock füllten sich komplett. Beide legten mit Fahnenintros los, Werder garnierte es noch mit einer Bengale. Der Gästeblock überraschte mich dann doch etwas. Erstens die Zaunbeflaggung: Zwar hingen UTB und Wanderers ganz vorne, von Infamous Youth und Racaille Verte war aber nichts zu sehen. Zweitens: Stimmungsmäßig, denn es machten doch viele mit, Bewegung und Lautstärke passten auch (zumindest bis zu den Toren).

Stuttgart toppte das ganze dann aber noch. 3 Vorsänger gaben den Ton an und die Masse folgte. Bei einigen Liedern war es verdammt laut. Überraschend das dabei die Melodik nicht verloren ging und man Lieder durchwegs länger sang. Am Aktivsten schienen die Bereiche hinter Schwabensturm und CC, leider sang man des öfteren aneinander vorbei. Trotzdem war es ein sehr guter Auftritt.

Sportlich lief es natürlich (fast) perfekt für die Schwaben. Speziell Martin Harnik machte wieder einmal auf sich aufmerksam und brachte gleich zweimal den Ball hinter die Linie. Mit der Zeit vermehrte sich auch meine Abneigung gegenüber Werder Bremen. Ein derart unsympathisches Team, dass meistens nur durch Fouls und Unsportlichkeiten auffiel. Marin war einer der speziellen Ungustl, über Torwart Wiese braucht man kein Wort mehr zu verlieren.

Alles in allem war es ein guter Ausflug und es blieb die Erkenntnis, dass die deutsche Ultràszene unsere schon länger überholt hat. Sei es in Sachen Choreographien, Organisation oder Stimmung. Bleibt zu hoffen, dass mit der Rückkehr von Rapid auch in unserem Land wieder etwas mehr weitergeht.

Austria Lustenau – Austria Wien 1:2 (11.04.2012)

Nach der Arbeit ging es ins Reichshofstadion in Lustenau. Alleine der Weg zum Parkplatz war schon eine Geschichte für sich. Über Bahngleise darüber ging es eine Steile Rampe hinunter auf eine Wiese. Etwas schneller und ortsunkundig wäre man fast statt über die Rampe eine Böschung runtergeflogen.

Für 9 Euro war man auf einem Stehplatz, völlig in Ordnung. Ich wählte den Platz auf der Laufbahn und stand neben den ORF-Koryphäen Polzer und Schinkels. Stadion war gut gefüllt und so zeigte die Heimkurve ein sehr nettes Fahnenintro. Aus Wien waren dagegen nur etwa 60 Leute angereist, die sich nicht wirklich bemerkbar machten. Stimmung auf der Heimtribüne durchgehend, wenn auch sie nicht mehr wie 50 Supporter haben. Erst Hälfte zeigten die Wiener wer der Bundesligist ist und ließen den Vorarlbergern keine nennenswerten Chancen. Zum Ende hin wurden diese stärker, bis auf den Anschlusstreffer kam aber nichts zählbares dabei raus.

Das interessantere ist schon eher das Austria Dorf. Neben gegrillten Würstel gibt’s Käsefladen, Schupfnudeln, Brezen, Süßigkeiten und vieles mehr. Dazu jede Menge Getränkestände bei denen man die Wahl zwischen feinen Achterl, Aperol Sprizz oder Wodka-Energy hatte. Dazu noch Kinderspielplätze und eine kleine Kapelle. Ein interessantes Konzept!

FC Vaduz – FC Triesenberg 3:1 (10.04.2012)

Bei freiem Eintritt ging es los mit meinem Spielemarathon. Diesmal wurde der Länderpunkt Liechtenstein mit dem Pokal-Halbfinale zwischen Vaduz und Triesenberg gesichert. Gleich vorweg, viel los war nicht.

Bei starkem Wind machte man es sich im schmucken Rheinparkstadion bequem. Auffallend die Zähltafel für die erzeugten kWh Solarenergie. Am Dach des Stadions befindet sich eine Photovoltaikanlage, die angeblich Strom für 15 Haushalte erzeugt. Damit war dem ganzen heute ein grüner Daumen aufgedrückt. Zudem wurde ein Augenmerk auf Barrierefreiheit gerichtet und so findet sich mitten auf der Haupttribüne eine Rollstuhlrampe.

Sportlich wie fanmäßig wars für die Würscht. Die Heimischen gewannen 3:1 und hatten als Favorit doch zu kämpfen. Auf den Rängen waren die Kids aus Triesenberg lauter wie die Kids der Heimischen.

FC Augsburg – Borussia Dortmund 0:0

Nachdem man schon länger nicht mehr in der BRD war und sich zufällig ein Angebot für dieses Spiel ergab, entschied man sich den amtierenden deutschen Meister anzusehen. Karten mussten bereits 2-3 Monate vorher gekauft werden, da es rasch ausverkauft war.

Recht flott war man von Salzburg drüben, der tägliche Stau auf der miesen Autobahn nach München war die einzige Behinderung. Vorbei am Münchner Schlauchboot (wo der dortige FC Hoffenheim mit 7:1 abschoss) gings weiter nach Augsburg. Im Winter besuchte ich bereits den Weihnachtsmarkt und an sich ist es eine recht schmucke Stadt. Doch das Stadion ist eines der hässlichsten Objekte die man seit langem sah. Irgendwo in der Pampas, mit absolut gar nichts rundherum, wirkt es eher wie eine Industriehalle anstatt eines Fußballplatzes. Wäre unter dem leuchtenden SGL-Arena Schild nicht klein das FCA-Logo würde man auch nie draufkommen. Der kostenpflichtige Parkplatz (5 Euro) war schnell voll, Verpflegung muss man übrigens selber mitbringen. Außerhalb des Stadions gibt es nichts. Einfach gar nichts. Daher nur ein kurzer Abstecher zum mobilen BVB-Fanshop, vorbei an den schwarz-gelben Fanbussen (man merkte hier bereits den Unterschied zu uns, denn wirkliche Alkleichen gab es keine). Nicht das ganze Sortiment des Megastores war erhältlich, doch gab es eine ordentliche Auswahl an Utensilien. Angebote unsere Sitzplatzkarten gegen Gästesteher zu tauschen schlug man aus und so ging es retour zum Sektor B. Eingangskontrollen waren vom Niveau wie bei uns in der Regionalliga, alles durfte rein. Innen dann endlich die erste Gastro, doch schnell wurde man mit seinen Scheinen abgewiesen. Nur mit FCA-Card! Einerseits ist es damit wesentlich schneller an den Kassen, wenn man wöchentlich kommt sicher auch praktischer, doch für externe einfach ein Unding. 10 Euro aufgeladen und nochmal für eine FCA-Knacker (Debreziner im Laugenstangerl) angestanden. Diese ging sich knapp mit einer Apfelschorle aus, wenn man Currywurst mit Pommes und einer Cola wollte musste man neu aufladen (2 Euro Pfand waren auf die Karte). Insgesamt etwas sinnlos das ganze.

Das Stadion innen ist dann wieder erwarten doch recht schön gewesen. Halt eine typische Standardarena mit einem unsäglichen Gästeblock (im Eck über einem “Einfahrtsloch”). Unsere Plätze waren aus Kostengründen sichtbehindert (eine Dachstütze im Sichtfeld), es ging aber durchaus. Blöd war es für diejenigen die direkt hinter der Stütze saßen. Unverständlich das man solche Karten verkauft. Das Stadion war wie erwähnt ausverkauft, der Dortmunder Sektor war randvoll und wurde auf den Sitzern erweitert. Insgesamt sah man eine Vielzahl an gelben bzw. neongelben Trikots (die mussten auch mal wieder entlüftet werden) auf allen Tribünen. Augsburger Fanblock hinter dem Tor überraschte uns dann doch etwas, war es doch eine Riesenstehertribüne (ähnlich in Dresden). Die dortigen Ultras sammelten sich im oberen Bereich, was der Akustik sichtlich gut tat und es so des öfteren richtig laut wurde. Die Lautstärke schafften die Borussen leider nie. Eine nette Choreo zu Beginn (paar Sehenswürdigkeiten und dazu Dortmunder-Stadtschild auf Zetteln) war die beste Aktion des Gästeanhangs. Selten hat man sie derart schlecht gesehen. Mitgesungen haben vielleicht die 1-200 Leute im unteren Bereich, Lautstärke kaum vorhanden. Augsburg hatte auch nicht viel mehr aktive, doch waren sie um einiges lauter. Ab und zu konnte die ganze Tribüne zum Hüpfen animiert werden. Gesänge waren aber auf einer Hand abzählbar und Allerwelts-Chants.

Am Feld spielte sich auch Not gegen Elend ab. Eine typische 0:0 Partie mit kaum zwingenden Chancen (2 auf jeder Seite). Die Kälte tat ihr übriges und so verblieb man eher mit einem Spiel der Kategorie sinnlos).

Im Anschluss wollte man noch sein restliches Guthaben loswerden, doch waren die Gastrostände überrascht mit dem Ansturm (wie oben erwähnt seit 2 Monaten ausverkauft) und so gab es einfach nichts mehr. Rollläden zu. Etwas weiteres unsympathisches war die VIP-Tribüne. Die komplette Haupttribüne war gesperrt für die Zahlungskräftigen, doch auch fein von Köchen verköstigt wurden (außen natürlich mit vielen Glaselementen, dass man ihnen schön zuschauen kann), während das gemeine Volk leer ausging. Bei der Heimtribüne gab es dann immerhin noch eine Portion Pommes Frites. Das Augsburger Publikum erwies sich als sehr redselig und so wurde man ständig über den Ausgang des Spieles angequatscht. Nach 2 Stunden hatte der Spuk ein Ende und man war endlich vom Parkplatz draußen (da baut man ein Stadion ins Grüne und plant die Zufahrtswege derart mies).

Die Euphorie über die deutsche Liga wurde hier sichtlich etwas gebremst, man hat ein neues Stadion gesehen, wirklich zufrieden konnte man aber nicht sein.

Vienna Capitals – Black Wings Linz 5:2

Nachdem es beim letzten Spiel in Wien etwas rüppiger zur Sache ging (beschädigte Autos, Bierschüttereien…) entschloss man sich kurzfristig dieses Spiel zu besuchen. Über die Heimseite der Caps gabs die Tickets zum Selbstausdrucken was sich als Vorteil rausstellte. Über 6000 Besucher kamen zum 6. Play Off Spiel. Die beiden Caps Kurven begrüßten die Mannschaft mit Fahnen, sah ganz nett aus. Linzer konnten keine ausgemacht werden, erst beim Klogang sah man sie im VIP-Club (aus Sicherheitsgründen) postiert.

Spiel war sehr unterhaltsam, speziell das erste Drittel hatte es in sich. Bereits nach ein paar Minuten eine gscheite Schlägerei und viele Strafen. Alles in allem wars aber ruhig und ein verdienter Sieg für die Wiener. Auch außerhalb blieb alles gemütlich.

Österreich – Finnland 3:1

Nachdem das Stadion in Klagenfurt erst nach unserem Abschied aus der Bundesliga erbaut wurde und so wie es aussieht künftig kaum mehr Spiele darin stattfinden werden, nutzte man die Gunst der Stunde und fuhr zum freundschaftlichen Länderspiel nach Kärnten hinunter. Zur Feier des Tages wurde zudem der Cayenne ausgepackt, was sich in unseren Brieftaschen negativ bemerkbar machte.

Schon recht früh war man im sonnigen Kärnten angekommen und konnte gleich die bekannte Gastfreundschaft erleben. Ein Tor zum Spielfeld stand offen, ideal fürs Fotografieren. Ein hysterisches Kreischen der Ordner-Oidn unterbrach dies aber jäh: “Hobts ihr a Akkreditierung? Schleichts eich ause!”. Nächster Stopp VIP-Club. Hier versammelten sich gerade die Hostessen, welche unsere Aufmerksamkeit erregten. Obwohl man bereit war ein Ticket zu kaufen, wurde uns trotzdem der Eintritt für diesen Club verwehrt.

Nächster Anlauf Kartenschalter. 2 Personen dahinter, also jeder zu einem. Nach herumdiskutieren welchen Sektor man nimmt, Verkäufer 1, bekannt als Freundlichkeit in Person: “Kauf dei Kartn woanders, sonst wird des nie was!” Einzig die Krone-Werbemädchen zeigten sich von der freundlichen Seite und so konnten coole Krone-Fahnenkostüme ergattert werden. Auch der Tipp mit der Lokalmeile auf der anderen Stadionseite war nett gemeint. Doch suchte man die Lokale vergebens. 2 Kaffeehäuser und der Billa. Bei letzterem traf man dann wohl auch einen der letzten Begleiter Jörgis an der Wursttheke.

Die Zeit bis zum Anpfiff wollte nicht vergehen, Einlass wurde auch um eine halbe Stunde nach hinten verschoben, es war einfach stinklangweilig. Immerhin konnte man sich die unzähligen Baumängel ansehen (Klos, wo der Boden fehlte, …). Endlich drinnen (Transparente wurden einzeln auf den Inhalt kontrolliert) gings gleich so weiter. Im 2. Rang fehlten etliche Sitze, die Stahlrohrstiegen wirkten auch eher hingepfuscht. Ebenso wie die Stiegl Choreo, wo willkürlich zu wenige Fahnen verteilt wurden. Wenigstens war man unter den Ersten im Stadion und so konnte man sämtliche Fahnen fernsehgerecht anbringen. Etwas verspätet kam dann die Hauptgruppe der Österreich-Fans, die Hurricanes (gemeinsam mit den Saukarln). Optisch fiel man gleich durch die flotten Irokesenperücken auf. Ansonsten war recht wenig los. Pielachtal kam nach einer Buspanne etwas später, “Fürstlich on Tour” und “Roman Wallner-Sauffanklub” waren auch präsent und sorgten an anderen Stellen für Stimmung. Aus Salzburg heute 14 Leute (TGS, UU, LS, Unabhängige) anwesend, welche aber mehr ums Fußball schauen bemüht waren. Die Stimmung heute war ein Blick in die Vergangenheit. Umgedichtete Rapidlieder gemischt mit viel Forza und Ale Ale. Unverständlich wieso man bei der österreichischen Nationalmannschaft nicht in der Landessprache singen kann. Die Mitmachquote war dementsprechend gering. Irgendwann tauchten dann auch noch die Patriots Österreich auf, welche aber ebenso heimlich wieder verschwanden.

Zum Spiel kann man nicht viel sagen. Zweite Partie unter Marcel Koller und man war in der Ukraine sichtlich stärker. Viele Fehler, die Abwehr war meist irgendwo, Tore durch Glück oder Elfmeter. Wirklich berauschend war das Spiel nicht, aber es passt halt einfach zu Heimspielen.

Ansonsten war gar nichts los, einzige Aufregung war als nach dem Spiel ein Obsthändler von 12 Beamten abgeführt wurde. Da aber die Fancops Ramadan haben, wurde er wieder heimgeschickt.

Fazit: Heimspiele waren und sind fürn Oasch! Zeit wirds das der Herbst kommt.

Valencia-Stoke 1:0 / Elche-Huelva 0:3

Am Donnerstag, dem 23.02., ging es mit der Air Berlin runter nach Valencia. Gestartet wurde mit einer Stadtrundfahrt und danach sofort zum Mestalla Stadion um sich Tickets für das abendliche Spiel der Europa Liga zwischen Valencia und Stoke City zu sichern. Als Nicht-Engländer hatte man keine Chancen auf Tickets für den Gästesektor, so gings für 25€ in den zweiten Rang.

Vor, während und nach dem Spiel war die Polizei und ihre Hubschrauber rund um das Stadion stark präsent. Die City-Fans gaben aber auch schon vor dem Spiel ordentlich Gas, bei 1€ für ein Bier nicht verwunderlich. Auch die Frauen ließen sich nicht lumpen. Stoke war mit 5000 Leuten vertreten und machte sich im Stadion 5-6 mal gut bemerkbar. Den Rest blieb man, wie in England typisch, ruhig.

Valencia hatte keine geeinte Kurve und so standen im 3. Rang etwa 30 Leute und in die beiden Ecken bei den Cornerfahnen jeweils 200 Mann. Akustisch konnten sie sich nicht bemerkbar machen, jedoch waren sie über 90 Minuten in Bewegung. Nach dem Spiel blieb alles ruhig.

Am Freitag gabs dann eine Stadtbesichtigung durch Valencia und man erkundigte sich nach guten Verbindungen anch Murcia (Real Murcia – Real Valladolid), doch scheiterte an Rückverbindungen nach Valencia. Daher entschloss man sich am Samstag mit dem Linienbus die 3-stündige Fahrt nach Elche anzutreten und sich dort Elche gegen Recreativo Huelva zu geben.

Die Hinfahrt verging wie im Flug und man war 4 Stunden vor Spielbeginn in einer schönen Geisterstadt. Der 1 stündige Fußmarsch zum Stadion ließ sich mit einem Stadtbummel verbinden. Für 10 € gab es die Kinderkarte für den 1. Rang. 2 Stunden vor Ankick war man der erste im Stadion und hätte die Transparente der Heimkurve schonmal einpacken können. Diese hingen bereits an ihrem Platz im Eck. Vor dem Spiel gingen 3 Cops durch den Block und kontrollierten Fahnen und Transparente. Während der 90 Minuten waren die Ultras Elche gut zu vernehmen. Zu Spielbeginn gab es sogar eine kleine Choreo gegen den Schiri. Es wurden rote Zettel ausgeteilt und wüst geschimpft. Huelva war mit war mit 9 Mann und einem Transparent vertreten. Erfolgreicher liefs für ihre Truppe, die ein 3:0 einfahren konnte.

Danach ging es zurück zum Busbahnhof und über Alicante, wo man eigentlich nur 30 Minuten warten sollte, jedoch die Verbindung ausfiel und dann 3 1/2 Stunden auf dem Busbahnhof verbracht wurde, nach Valencia, wo man um halb 3 ankam.

Fazit: Super Wetter, Super Spiel, Scheiß Busverbindungen!

Louis, ACAB!