Personalisierte Tickets, Gruppenverbote, Sicherheitswahn… Naht das Ende?

Jetzt geht es derzeit Schlag auf Schlag. Über die Maßnahmen bei uns wurde bereits berichtet, der LASK und Rapid legten jetzt noch einen drauf. Während die Linzer Anhänger einen Fankodex ausarbeiteten mit dem sie wieder etwas mehr Ordnung reinbringen wollen, arbeitete auch das Reichel-Regime Konsequenzen aus. Ordner und Polizeianzahl wird erhöht, Material (Fahnenstangen) verboten und als Ober-Clou wird jeder beim Betreten des Fansektor fotografisch festgehalten und seine Personalien aufgenommen. Rapid ging noch einen Schritt weiter und schloß 2 Fangruppen aus der Gemeinschaft aus. Gründe konnten auch am Tag darauf noch nicht genannt werden. In den Medien wurde mangelnde Kommunikationsbereitschaft kolportiert. Das zum Kommunizieren immer 2 dazugehören, dürfte in Penzing noch nicht so verbreitet sein. In den verschiedenen Foren (ASB, derStandard.at…) feiert man diesen Schachzug als Erfolg gegen das kriminelle Rowdytum. “Diese Personen haben mit Rapid nichts zu tun. Sie sind immer schwarz anzogen und tragen Sonnenbrille.” Meldungen dieser Art sind immer wieder zu lesen. Pauschalisierungen und Klischeedenken dürften die wahre Stärke vieler Mitbürger sein. Nur weil etwas fremd ist, ist es schlecht und gehört verboten (ach ja aber Strache, du Hassprediger!). Das hier aber langjährige, unbescholtene Anhänger in Sippenhaft genommen werden, nur um vor Presse und Verbänden besser da zu stehen wird getrost in Kauf genommen.

“Wer sich nichts zu schulden kommen lässt, dem passiert auch nichts!”

Wie oft hört man nicht solche Aussagen in den diversen Kurven. Im großen und ganzen stimmt sie auch. Doch ist es immer so einfach sich an alle Gesetze und Vorschriften zu halten? Gerade mit dem Einzug der Ultrákultur wurde etwas Extremes importiert. Eine faszinierende Kultur, die schwer zu bändigen ist (bzw. war). Lautstark, farbenfroh, aggressiv. So zumindest präsentiert sie sich auf Fotos oder Büchern über die “gute, alte Zeit”. Doch oft bleibt mehr Schein wie Sein. Durch Gesetzesänderungen und Überwachungswahn wurde das Phänomen zwar nicht kastriert, aber zumindest beschnitten. Diejenigen, die sich nicht anpassen wollten liefen gegen die Wand, die angepassten kämpfen allerdings genauso mit dem Überleben. Was allerdings wenig Hoffnung gibt ist ein Blick in die italienischen Stadien (oder auch französische, spanische…). Von bunten Fahnen ist wenig zu sehen, oft ist es schon schwierig überhaupt Anhänger auszumachen. Jeder der schon einmal im Süden war, wird die aufbrausende Mentalität kennen. Ein stolzes Volk mit großem Herz. Doch wenn diese es kaum schaffen zu überleben, wie soll es dann erst in einem Land der ewigen Verlierer klappen? Mit Ultrámentalität wurde etwas fremdes importiert, dass für Werner Normalösterreicher einfach nicht passt. Wilde Hunde, die auf und ab hüpfen, Pyrotechnik zünden (“is jo net Süwesta!”), aber auch provokante Lieder anstimmen. Das kann man doch nicht machen? Was glauben, die wer sie sind? Eine Kultur die aber nicht nur Folklore sondern auch Gewalt beinhaltet. Man kann diese ausblenden, doch dann lebt man es nicht von ganzem Herzen. Wenn man in etwas vertieft ist und nur diesen Glauben lebt, führt es zwangsläufig zu Konflikten mit anderen “Glaubensgemeinschaften” (vgl. Religionen, Politik…). Der eine lebt es, für den anderen ist es ein Wochenendhobby. Und hier spießt es sich gewaltig. Der Österreicher ist seit jeher ein ignoranter Querulant. Über alles regt man sich auf, mit nichts will man zu tun haben (“Na Schuld? Des san die aunderen!”) und alles Unbekannte ist sowieso zum Schmeißen. Am Stammtisch Parolen schwingen und im Alltag wieder kuschen. Wer kennt sie nicht diese Einstellung. Als Ultrà schwingt man allerdings nicht nur Parolen, sondern lässt auch Taten folgen. Diese sind, zugegeben, oftmals unbedarft und dumm, aber an das denkt man nicht immer im ersten Moment. Dann geht es 1,2,3 mal gut, die Handlungen verfestigen sich, doch auf Dauer nervt es Werner Normalösterreicher immer mehr. Etwas fremdartiges das sich nicht anpassen will? Gibts nicht, weg mit denen. Die großen Boulevardblätter (mangels Alternativen in Österreich in der Mehrheit), die Verbände, die Exekutive und sonstige Gutmenschen fühlen sich betroffen und nehmen sich der Thematik an. Schritt für Schritt wird daran gearbeitet die Fremden in das bestehende System zu integrieren, die Integrationsunwilligen werden dagegen weggesperrt oder entfernt (“weg mit de ultras!…hoit na, ihr Nazis, lossts den Mitbürger in Ruhe. Nur weil er Migrationshintergrund hot, is er net schlechter! Er mog hoit a sei Kultur ausleben!”). Man suche die Doppelmoral!

Nun sieht man, dass sich das Netz über der Ultràbewegung immer mehr zuzieht. In der BRD kennt man dies bereits von vergangenen Großveranstaltungen. Bei uns hat man es sich immer irgendwie gerichtet (Österreich-typisch). Aber irgendwann geht das nicht mehr, dann rennt man gegen die Wand damit. Doch dann gibt es wie immer 2 Türen zum Auswählen. Tür 1 führt nach oben, man befolgt die Anweisungen und findet sich mit den Neuerungen ab. Der Vorteil ist, dass man weiter die Spiele besuchen darf, weiter für Stimmung sorgen darf, weiter optisch auf sich aufmerksam machen darf, allerdings steht der große Bruder hinter, neben und vor dir. Neusprech hat sich durchgesetzt (alles andere wäre Verhetzung), der Gegner wurde ebenso gläsern wie einer selbst. Tür 2 führt dagegen nach unten ins Verderben. Man kann sich auf den Weg dorthin austoben wie man will, Konsequenzen sind Prügel oder Straflager. Man mag zwar klassisches Schwarz-Weiß-Denken unterstellen, aber Ultrà ist auch eine extreme Einstellung. Keine Kompromisse! Doch Ultrà hat auch immer etwas mit Freiheit zu tun. Deswegen steht es jedem frei welche Tür er wählt, solange man mit sich selbst im Reinen ist. Die eine, reine, Form ist die Fortsetzung des klassischen Modells, die andere wäre der angepasste, zukunftsfähige Weg.

Ohne Zweifel ist der Weg durch Tür 2 stark verkürzt. Doch kann man aus fundamentalistischer Sicht Weg 1 als Ultrà bezeichnen? Oder wäre es hier besser dem italienischen Vorbild zu folgen und getreu dem Motto “Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende” einen Schlußstrich zu ziehen? Das muss jeder für sich entscheiden. Sicher zu sein scheint aber, dass diese Frage irgendwann gestellt werden muss. Der Grund dafür ist, dass man es über Jahrzehnte nicht geschafft hat eine in der Bevölkerung akzeptierte Supportkultur zu schaffen. Die einen kopierten im Süden, die anderen auf der Insel, wiederum andere nehmen sich der germanischen Prollmentalität an. Es lassen sich wohl nur wenig Gruppen finden, die wirklich eine eigene Identität schufen (in Salzburg gibt es sie). Für Außenstehende wirkt der italienische Ultrà ebenso befremdend wie der englische Casual. Doch auch der Alki mit seiner Kutte und Schalteppich wird als Extremist angesehen. Wie soll also der österreichische Weg aussehen? Wie würde ein österreichisches Modell aussehen? Diese Fragen gilt es zu beantworten. Bis dato sieht es stark nach Weg 1 aus.

Stay True!

Tessera del Austriaco?

Nachdem es wegen des Auftritts in Innsbruck zuerst ein Mords-Bahöö gab und jetzt zumindest medial wieder Ruhe einkehrte, legte der Verein eines drauf und veröffentlichte folgende Stellungnahme zur Abwicklung der Auswärtsspiele:

http://www.austria-salzburg.at/aktuelles/kuenftige-abwicklung-der-auswaertsspiele-der-austria-3708/

Was soll man dazu sagen? Eine Lösung, die sehr dem italienischen Modell ähnelt. Nachdem seitens der Offiziellen immer der FC St. Pauli als Vorbild genannt wird, wurde man bei der Suche nach schlechten Vorbildern in Italien fündig.

Aber fangen wir mal von vorne an. Was war passiert um auf derartige Geistesblitze zu kommen? In Innsbruck neigte sich ein geniales 8:0 dem Ende zu. Tolle Stimmung, leiwander Kick, Austrianerherz was willst du mehr. Das ganze fand wie immer ohne jegliche Beteiligung wackerer Anhänger statt, was wohl einige dazu veranlasste ihnen wenigstens einen Gruß dazulassen. So wurde am Scheißhaus eine Klobrille und der Radiator runtergerissen. Im Laufe des Spiels wurde es immer versiffter und schlußendlich dürfte jemand von der Halbzeitaktion noch was übrig gehabt haben und für Rauchentwicklung gesorgt haben. Eine komplett sinnlose Aktion das ganze, im Endeffekt aber kein neues Ausmaß an extremer Gewalt (man erinnere sich an Bundesliga-Zeiten). Der Großteil der Anhängerschaft (um es im violetten Jargon zu sagen: die 99%) begnügte sich mit dem 8 Toren und wollte friedlich nach Hause fahren. Doch man hatte die Rechnung ohne Captain Harris von der Innsbrucker Police Academy gemacht. Heute stand das üben von Polizeikessel und Datenaufnahme auf dem Programm. Einige Frischlinge hatten noch Probleme mit der Ausrüstung, die Datenaufnahme klappte dann aber schon besser. In bester ATV-Reportagen Manier ließen es sich einige violette Fans nicht nehmen und begannen ihre Flaschen auf den Schildern der Uniformierten zu entsorgen. Ebenso wie die Heisl-Geschichte entbehrlich, doch im ersten Moment denkt nicht jeder an die Folgen seines Handelns. Nun gut, endlich war man wieder im Lande und schon begann das Rauschen im Blätterwald. Schwere Randale der Austria Fans, Mord und Totschlag am Tivoli und das übliche Geplärre. Intern begann man bereits die Messer zu wetzen und so vergingen die Tage. Zwischendurch sorgte das Rapid Spiel gegen PAOK oder der LASK Auftritt in Vöcklamarkt für Aufregung. Am messbaren beides Ereignisse mit höherem Schaden (was aber natürlich den oben erwähnten nicht relativieren soll). Doch sie sind eben nicht violett und sie spielen nicht im heiligen Land (oder um es mit einer bekannten Tiroler Band zu nehmen, im Land der Vollidioten). So forderte neben diversen Landwirten und Schweinepriestern auch der SFV-Präsident den Ausschluss der Austria aus der RLW.

Die Maßnahmen also gerechtfertigt?

Mitnichten. Denn damit stößt man jedem treuen Auswärtsfahrer und weiter entfernten Violetten vor den Kopf. Spontane Auswärtsfahrten sind zudem auch nicht mehr möglich. Oft macht man seine Ausflüge auch von Wetter oder sonstigen Aktivitäten abhängig (sofern man nicht zum harten Kern der Allesfahrer gehört, der in unserem Fall aber überschaulich ist). Man beginnt seine Anhänger zu überwachen. Womöglich werden die Daten auch gleich den Freunden der Polizei übergeben. Durch das Passfoto ist es auch nicht mehr nötig mit Fahndungsfotos bei den Eingängen zu stehen. Die Registrierung ist ein Mittel um das Vertrauen in die Fans zu untergraben. Man kann sagen “Wer nichts anstellt, der hat auch nichts zu verbergen!”. Doch in der heutigen aufgeklärten Welt sollte man eigentlich schlauer sein. Stichwort Datenklau. Das traurige an dem ganzen ist aber, dass es beim einstigen Fanverein Austria Salzburg passiert. Wäre es bei Red Bull eingetreten (wie damals mit dem Fanvertrag), würden wir uns krümmen vor lachen. Doch jetzt ist es beim Aushängeschild aller Fanvereinigungen gekommen. Bei jenem Verein, der von unten weg neue Wege gehen wollte. Der als anders gesehen werden wollte. Doch diese Zeiten sind leider nicht erst seit heute Vergangenheit. Da helfen auch keine Kampagnen zur Zuschauerzahlenerhöhung. Man ist zu sehr dem Vorbild österreichischer 0815-Vereine gefolgt. Nur dank der aktiven Anhängerschaft wurde man noch nicht vollständig einer. Wenn man ein Unternehmen derart führen würde (ohne offener Kommunikation, fehlende Perspektiven, …), würden Mitarbeiter wie Kunden fernbleiben (ob dies den Mitglieder- wie Zuschauerschwund erklärt?).

Ich rufe hier nochmals die Gründungsgeschichte von “Austria neu” in Erinnerung: Nachdem der Jubel über den Red Bull Einstieg sich in Rauch auflöste und die bittere Realität zum Vorschein kam, begann man emsig mit Unterschriften sammeln. Dabei wurde aus Protest der lautstarke Support durch die Bösen eingestellt, während für die Guten alles beim Alten blieb (Rapid-Spiel). Die Tausenden gesammelten Unterschriften landeten ebenso wie die gewonnenen Auszeichnungen im Müll. Startschuss für Aktionen der Guerilla Viola. In Mondsee betrat man in der 19,33 Minute das Feld mit seinen Anliegen. Pfiffe und Randalierer-Aussagen einstiger Helden erreichten die violetten Ohren. Man ließ nicht locker und führte den Protest bis zum 18.09.2005. Unter “Ultras raus”-Rufen verabschiedete man sich mit einem Feuerwerk. Was blieb war das einfache Spruchband “Die Austria wird euch alle überleben!”. 7 Jahre danach, hat es seine Gültigkeit nicht verloren!

Saturdays Heroes Nr. 0

Neues vom Fanzinemarkt, diesmal aus Polen in englischer Sprache. Hat man z.B. das TMK nur wegen der bunten Bilder gekauft, kann man nun auch die Texte dazu lesen. Optisch kommt das Magazin komplett in Farbe mit einer Vielzahl an Bildern. Doch auch die Texte wissen vollends zu überzeugen. In dieser Ausgabe ist ein guter Mix aus Groundhopping und Szeneberichten. Das interessante dabei ist, dass es sich durchwegs um Szenen handelt, von denen man nicht unbedingt laufend etwas mitbekommt (Bulgarien, Slask Wroclaw, Baskenland…).

Für knappe 4 Euro erhält man ein lesenswertes Fanheftl, dass jedem nur ans Herz gelegt werden kann. Restexemplare können hier bestellt werden.

Vecchio Stile – Ultras!

Eine sehr schöne Zusammenstellung von Fotos aus den besseren Zeiten unserer südlichen Nachbarn findet man hier:

Trottwa Ultras

Anhand der Bilder erhält man rasch einen Einblick in die Faszination der Welt der Ultras! Doch wie so vieles, ist es damit vorbei und es bleibt (vorerst) mal nur Zeit um in alten Erinnerungen zu schwelgen.

Violette Musikecke: Terror durch Kunst Mixtape Phase 2

Länger war es jetzt ruhig um Salzburgs erste Fußballrapkombo, geprägt von Schicksalschläge und Häfnaufenthalte waren die letzten Monate. Doch im November war es endlich soweit und das Mixtape mit 2 Silberlingen erschien.

Aufmachung ist diesmal richtig fein geworden. Die CD-Einlage ist gefüllt mit vielen Fotos aus dem privaten Rahmen und gibt einen Einblick auf das Leben. Musikalisch ist es nach kurzer Eingewöhnungsphase ein bemerkenswertes Album. Je öfter man es hört, desto besser findet man es. Textlich dreht es sich nicht nur um die üblichen Themen wie Ehre, Stolz und Gewalt, sondern beschäftigt sich auch mit nachdenklichen Themen wie übermäßigen Drogenkonsum, Familie oder perversen Auswüchsen des Lebens. Dem verstorbenen Freund Sascha wurde in mehreren Liedern gedacht und es zeigt das Freundschaft nie vergeht.

Wie der Name schon sagt handelt es sich bei dieser Scheibe um eine Zusammenarbeit sämtlicher TDK-Künstler. Dazu hat man sich mit Dame und Täter Toni zwei Sentinels (die zweite, aber keineswegs schlechtere, violette Rappartie) hinzugeholt. Wer sich vielleicht noch an die Anfangszeiten erinnert, wird schnell einen gewaltigen Qualitätssprung bemerken. Die Beats klingen fett, raptechnisch ist es mehr als solide und kaum ein Unterschied zu kommerziell erfolgreichen Platten. Für Abwechslung sorgt ein guter Mix aus Partysongs (“Süchtig nach Freibier”, “Heit gehts los”…), nachdenklichen Balladen (“Moch wos draus”, “I mechat lochn”…) oder einfach hartem Rap. Es würde zu lange dauern jetzt jedes Lied einzeln zu betrachten, dazu bedarf es auch profunderen Rapkenntnissen.

Es ist einfach eine ehrliche, gute Scheibe, die man jedem ans Herz legen kann. Auch wenn man kein Liebhaber dieser Art der Musik ist, aber als Violetter sollte man Kameraden aus der Kurve einfach unterstützen, damit es in den nächsten Jahren noch weit mehr Platten von ihnen gibt.

Bezugsquelle: Street Style Store Salzburg oder unter mcp@gmx.at !

Alex Trappl verlässt die Austria!

Nach 5 Jahren verlässt nun auch das letzte Mitglied der Gründungsmannschaft das violette Schiff. Aus Zeitgründen (Quelle: austria-salzburg.at) muss Alex Trappl kürzer treten und überlässt nach 1933 Tagen (von seinem ersten bis zum letzten Spiel) das violette Tor jemand anderem. Alex war in Sachen Einsatz und Einstellung immer ein Vorbild und gewann nicht umsonst im Herbst den “Bruno” für den beliebtesten Amateurspieler.

Bleibt zu hoffen, daß sein Abschied gebührender ausfällt wie für manch andere violette Identifikationsfigur.

Machs gut, Alex!

Violetter Lesestoff

Pünktlich zum Wintereinbruch brachten die TGS ihren neuen “Sonnenkönig” heraus. Ideal für künftige fußballlose Wochenenden.

Wie gewohnt legt man bei den Guys Wert auf die optische Untermalung und provokante Texte. So dürfen die Grüße des alten Sonnenkönig Rudolfs nicht fehlen, wie einige kritische Worte über den vermeintlichen neuen Sonnenkönig Gerhard. Hier wird in gewohnt fundierter Weise nach einem Nachfolger gesucht. Wenn nächste Woche bei der Generalversammlung der ATV Fernsehwagen vor der Tür steht und ein Hansi Hinterseer-Double herumschwirrt, wissen wir das sie mit ihren Vorschlägen nicht so falsch lagen.

Neben zahlreichen Hoppingberichten (wo vor allem der Südamerika Teil lesenswert ist), macht man sich Gedanken über die aktuelle Zuschauerflaute und erklärt die Rivalität zu Parmaschinkenfressern und Pädophilen. Abgerundet wird das ganze durch die bekannten Kolumnen und eine Vorstellung der Fraternité Violette.

Mangels Alternativen, allerdings vor allem wegen der Vereinspolitischen Texte, ist der Sonnenkönig das Um und Auf der violetten Hefterlwelt und erhält eine klare Kaufempfehlung!

Voto: 9,2

Erhältlich bei den Guys am Platz oder über ihre Weltnetzseite!

Augen auf beim Eierkauf!

Nachdem vergangene Woche in den Salzburger Nachrichten das Aus für Neubaupläne in Liefering publiziert wurde, kam das überraschende und großzügige Angebot des ASKÖ an die Austria. Für einen “moderaten” sechsstelligen Betrag (inkl. monatlicher Zahlung von 9000€ an ein Leasing-Unternehmen) würde man uns die Sportstätte in Maxglan überlassen. Neben den fraglichen Expansionsplänen (Grünland, Verkehrs-, Anrainersituation) ist die finanzielle eine bedeutende Frage. Gerade der ASKÖ hat dermaßen viel Dreck am Steck, daß er uns wohl nichts aus reiner Höflichkeit anbieten würde. Interessant dazu dieser Leserbrief des ehemaligen ASK Salzburg-Vorstandes (der bekanntlich in den Konkurs geschickt wurde):

http://www2.salzburger-fenster.at/rubrik/lokales/0310/stellungnahme-des-ask-salzburg_15020.html

Hier werden Machenschaften an den Tag gebracht, die nicht gerade ein gutes Zeugnis für eine vertrauenswürdige Partnerschaft abgibt. Es bleibt zu hoffen, daß unsere ideologisch geprägten Funktionäre Objektivität bewahren und es kein ähnliches finanzielles Fiasko geben wird.

Austria-Stadion endgültig gescheitert?

Wie man gestern Abend den Salzburger Nachrichten entnehmen konnte, scheinen die Pläne eines Stadionneubaus in Liefering ad acta gelegt worden zu sein. Bereits wie seitens einer (“Wirtschafts-“)Partei die Pläne an die Medien übermittelt wurden, war der Aufschrei in der Bevölkerung groß. Von sinnloser (Steuer)Geldverschwendung, Lärmbelästigung und vieles mehr war zu lesen und hören. Kann man die Anrainerbeschwerden noch verstehen, obwohl diese hauptsächlich von Berufsvolksbegehrern geäußert wurden, ist das Argument der Finanzierung nicht verständlich. Mit einer Drittelfinanzierung wäre die Stadt relativ günstig ausgestiegen und hätte einige Probleme gelöst gehabt. Man merkte aber bereits schnell, daß die anfangs begeisterte Bürgerliste sowie die Sozialdemokraten politischen Gegenwind bekamen und somit eine Kehrtwende machten. Auch wurde das Projekt völlig falsch präsentiert (was aber hauptsächlich an o.a. Partei lag. Ziel hätte es sein sollen eine gesamte Sportstättenoffensive zu bestärken mit dem Stadion als Aushängeschild. Es gibt etliche Vereine die über kaum vorhandene Infrastruktur klagen und denen dieser Vorstoß der Austria sicher gut getan hätte. Mit einer vernünftigen Aufteilung der Sportstätten (neben dem Hauptfeld noch etliche Trainingsplätze für die hunderten Nachwuchsfußballer) wäre es kein Austria-Stadion gewesen, sondern ein Stadion für Salzburg.

Wie weiter oben erwähnt, gab es Bedenken bezüglich der Anrainer und auch der öffentlichen Anbindung. Diese dürften jetzt anscheinend verflogen sein, denn für eine neue Eishalle von Red Bull lassen sich alle wieder rasch begeistern. Ohne Frage: Salzburg braucht dringend vernünftige Eisplätze. Der 1960 erbaute Volksgarten ist für ein geplantes europäisches Spitzenteam im Eishockey (im Fußball hat es bekanntlich nicht geklappt) zu klein, zudem ist es die einzige Halle für sämtliche Teams. Daher sollte es unsererseits auch kein Gemecker über eine neue Eishalle geben, sondern vermehrt auf eine breitflächige Sportstättenoffensive hingewiesen werden. Vielleicht wäre es auch sinnvoller gewesen das Olympiabestechungsgeld gleich zweckmäßig einzusetzen.

Wie geht es nun mit der Austria weiter? Das dürfte die große Frage sein. Dank der aktuellen sportlichen Leistungen verschiebt sich ein Aufstieg in den Profifußball um zumindest ein weiteres Jahr. Für die Regionalliga ist Maxglan mehr als ausreichend, da mangels Attraktivität die Zuschauerzahlen kontinuierlich zurückgehen. Ein Flutlicht und eine weitere Tribüne wären auch schnell gebaut, die Parkplatzsituation und v.a. die Trainingsplatzproblematik würden dabei aber nicht gelöst werden. Der Kampf um eine adäquate Heimstätte sollte daher nicht aufgegeben werden, sondern durch fundierte Argumentation verstärkt werden. Das man sich dabei nicht prostituieren muss und Seitenblickepolitikern eine Bühne bieten muss, dürfte nun auch klar sein. Denn wenn es hart auf hart kommt, ziehen genau diejenigen mit den vollmundigsten Versprechungen den Schwanz am meisten ein. Auch die vorgeschlagene Lösung mit einem Umzug nach Klessheim wäre fatal. Selbst wenn es als Übergangslösung angesehen werden würde, mit welcher Begründung würden wir wieder von dort wegkommen? Jeder rationell Denkende würde sich fragen, was die Violetten eigentlich wollen. Haben ein millionenschweres EM-Stadion zur Verfügung mit ausreichend Platz für 2 Vereine und selbst das passt ihnen nicht. Aus dieser Kiste wäre es schwer wieder rauszukommen. Selbst wenn man sich damit abfindet, würde es vieles wofür die Austria steht zerstören. Einerseits der Canossagang zurück zu unseren Peinigern, andererseits würde die bekannte Heimspielatmosphäre flöten gehen. Unser durchschnittlich 500 Mann Fanblock wäre in einem 30.000er Stadion verloren und würde wohl für ähnliche Begeisterungsstürme wie die Klatschpappen der Vorstädter sorgen.

Die Austria scheint auf dem Scheideweg zu sein. Verloren, wie einige bereits im Monatstakt befürchten, wird sie nie sein, doch könnte es fatale Auswirkungen für die Zukunft geben. Jetzt gilt es sich auf unsere Grundprinzipien zurückzubesinnen, die strahlenden Augen Richtung Profigeschäft mal abzudunkeln und an einer für alle zufriedenstellenden Lösung zu arbeiten. Ein Schnellschuß ohne die Mehrheit der Fans würde weitere Risse in die bereits leicht angespannte Situation zwischen Verein und Anhängerschaft führen.