FC Pinzgau/Saalfelden – Austria Salzburg 2:0

… oder die Geschichte von Keili und Böörnd!

Spiel 1 nach dem Abgang von Didi Emich und dies gleich auswärts gegen den Aufsteiger aus dem Pinzgau. Die letzte Partie in Saalfelden endete mit Auflösungsgekreische und Weltuntergangsstimmung, zwei Jahre später sollte der Anschluss im Kampf um den Aufstieg ins Profigeschäft wiedergefunden werden.

Das Interesse an der Austria war diesmal sichtlich geringer. Fraglich ob es an den Hindernissen bei der Anfahrt lag (Rindviecher wohin man blickte) oder einfach Frust ob der beschissenen Leistungen. Jene die es nach Saalfelden schafften, wurden schon freudigst von einer Vielzahl Einsatzeinheiten erwartet. Da es aber gesittet wie immer zuging, durften sie sich aber weiterhin ihren Hunden hingeben (auch was schönes, in manchen Ländern muss man für soetwas bezahlen).

Eingangskontrollen heute Marke schwachsinnig. Gleich zweimal durfte man sein Inventar vorweisen, Wurfgeschoße abgeben und dann bei der Gastro volle PET-Flaschen kaufen. Die Schildbürger sind bekanntlich im Westen kein Märchen.

Im Austria Sektor versammelten sich etwa 3-400 Violette, verteilt über die gesamte Gerade. Jede Fangruppe zeigte zu Beginn Fahnen, wirklich Stimmung kam aber meist nur im Umfeld der Unione auf. Wirklich Motivierte hielten sich aber auch dort im überschaubaren Rahmen.

Die Mannschaft tat das ihrige und spielte wie die Wochen zuvor. Die erste Hälfte plätscherte eher vor sich hin, Chancen waren hüben wie drüben Mangelware. Kurz vor der Pause gabs dann anstatt des üblichen Gegentores Gelb-Rot für Kircher. Mal etwas neues, wenngleich auch nicht sinnvoller. Hälfte 2 folgte das Unvermeidbare und nach einem strittigen Elfmeter stand es 1:0 für die Heimischen. Damit war es um unsere Truppe geschehen und es gelang nichts zählbares mehr. Der Aufsteiger war in jeder Aktion um einen Schritt schneller. Unsere “Stars” beschränkten sich eher auf Frustfouls und Herummotzen. Das 0:2 war die logische Folge, anstelle eines dritten Gegentreffers gab es dann aber eine zweite Rote. Einige Spieler zeigten bessere Leistungen wie zuletzt, der Kampfgeist dürfte aber immer noch auf Sommerurlaub sein. Nach den letzten Leistungen darf die Frage nach der Richtigkeit unserer Transferpolitik auch nicht mehr ausgeklammert werden. Ein Startorwart, der nichts fängt und ein Starstürmer, der nicht trifft, sind nicht gerade gute Argumente.

Aber wieder zurück zum Spiel. Sportlich waren die Erwartungen sowieso nicht sehr hoch, also war man eher auf das Umfeld fixiert. Es zeigte sich das die Pinzgauer schneller mit dem Almabtrieb waren als die Bayern, denn sammelten sich in der Bürgerau so manche Rindviecher. War das Einfliegen des Matchballes mittels ferngesteuerten Flugobjektes noch witzig, konnte man über den Platzsprecher nur den Kopf schütteln. Der schrie sich in Extase (wer weiß was in der Sprecherkabine so vor sich ging) und steckte Trainer Rottenspacher an, der sich danach auf der Tribüne wiederfand. Schiri Struz (Flasche leer!) zeigte seine ablehnende Haltung gegen die Austria, sein Kollege an der Linie offenbarte seine Bierallergie und lies die Ordnungskräfte aufmarschieren. Weitere Hirnederl versteckten sich in weiser Voraussicht unter ihren Helmen. Leider Gottes zeigten sich die violetten Anhänger als Spielverderber und hielten sich zurück, reichte doch der Anblick einer beraden Horde Helmträger, die sich auf einen einzelnen Flitzer stürzte. Die anatolische Jugend hatte nach dem Spiel noch ihren Auftritt vor dem Gästesektor, eine gesunde Watsche wäre aber bei unserem Ruf falsch aufgefasst worden und hätte wohl wieder den Ruf nach einem Antira-Projekt laut werden lassen.

Sei es drum, der Aufstieg wurde verspielt und so kann man sich immerhin auf den Landespokal konzentrieren (ob mit der 1b oder nicht, ist im derzeitigen Zustand auch schon wurscht). Einzig die Frage nach dem neuen Trainer kann demnächst die Gemüter erregen, wird sie doch weisen ob man in Richtung Gaudi oder Professionalität gehen will.

Emich wirft das Handtuch!

Wie gestern bekannt wurde, ist die Negativserie der Austria am Trainer nicht spurlos vorüber gezogen und er zieht die Notbremse. Man kann zu Emich stehen wie man will, diese Tat muss man ihm aber hoch anrechnen. Ein kurzer Nachruf zu seinen Leistungen:

http://www.austria-salzburg.at/aktuelles/danke-trainer-fuer-die-tolle-zeit-danke-didi-emich-2657/

Es bleibt abzuwarten wer ihm folgt. Viel wird spekuliert, im Endeffekt wird wieder jemand aus dem Hut gezaubert werden. Ob ein neuer Trainer Erfolge bringt, wird sich herausstellen, gibt es doch im Verein noch einige andere offene Baustellen.

Millwall FC – West Ham United 0:0 (17.09.2011)

Kaum ein Spiel erlangte in den letzten Jahren mehr Bekanntheit wie dieses, gab es doch diesen Hollywood-Schinken in dem Frodo Beutlin einen Firmenmanager mimte. Vor zwei Jahren war es das erste mal nach längerer Zeit soweit und tags darauf war für Schlagzeilen gesorgt. In und ums Stadion gab es Aufeinandertreffen, die Hammers stürmten mehrmals das Feld, sportlich ein richtiger Pokalknüller. Wie es das Schicksal nun so will, stieg West Ham nach einer schwachen Saison aus der Premier League ab und teilt sich jetzt die Klasse mit dem südlichen Rivalen.

Die Auslosung bestimmte jenen Tag im September, die Vorbereitungen wurden aber bereits Wochen zuvor getroffen. Aus Sicherheitsgründen durften nur Millwall Mitglieder Karten erwerben, was wohl die Mitgliederzahlen ordentlich in die Höhe geschraubt hat. Karten gab es nur an einem bestimmten Tag und nur ein Stück pro Person. Im Endeffekt gab es bis 3 Tage vor Spielbeginn Tickets, erst dann war es ausverkauft. Für die West Ham Seite kam man nur an Karten wenn man Saisonkarteninhaber und eine gewisse Anzahl an Auswärtsspielen hatte, also keine Chance für Hopper. Jetzt noch einen günstigen Flug organisieren, was dank des irischen Flugunternehmens kein Problem ist, der Komfort aber von Mal zu Mal schlechter wird. Also ab nach London.

London ist bekanntlich immer eine Reise wert, für Fußballinteressierte gibts immer etwas zu sehen (bei einer Vielzahl an Profi- und Amateurvereinen), die Kultur kann man mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Musicals abdecken oder einfach Anteile bei den Firmen “Lonsdale” und “Everlast” kaufen. Was man allerdings nicht fand, war ein offenes Pub am Spieltag. Rund um “London Bridge” war alles dicht, also gleich Richtung Stadion gefahren. Dort fand man genau ein offenes Beisl, vor dem sich etwa 300 Millwall Supporter tummelten. Stimmung ausgelassen und für einen Salzburger doch ein eher seltenes Bild. Der Großteil der Anhänger hatte die 30 längst überschritten, zahlreiche Narben (dürfte auf der Insel wohl Standard sein) zeugten zu dem von einem erfüllten Leben. Die Polizei hielt sich zurück, kümmerte sich wohl eher um die Gästeanhänger, denn von diesen konnte man nicht einmal irgendwen sehen.

Nachdem nichts Weltbewegendes mehr stattfand, rein ins Stadion. Der ein oder andere Salzburger hätte hier sicher seine Probleme und würde im Drehkreuz stecken bleiben. Abgetastet wurde man heute auch, aber kein Vergleich zu einem Austria Heimspiel. Karten hatte man direkt bei der Mittelauflage ergattert, als Nachbarn neben Hoppern durchwegs älteres Publikum und deren Söhne. Mit Spielbeginn merkte man dann, was viele am englischen Fußball so lieben. Bei jeder Kleinigkeit hüpften diese Herren auf, schimpften aufs tiefste Referee oder Gegner und setzten sich dann wieder seelenruhig neben ihre Kleinen. Es ist zwar einerseits langweilig, wenn das Spiel nichts hergibt und somit Stille im Stadion herrscht, andererseits hat dieser spielbezogene Support schon etwas sehr Feines.

Sportlich war es halt Championship. Beide Teams scheiterten vorm Tor kläglichst, viele Pässe gingen ins Leere. Man meinte sogar die Austria könnte mit dem Niveau mithalten (Anm.: was sich dann aber nach späteren Kurznachrichten aus der myphone Arena als schwachsinnig rausstellte). Interessanter war fürs erste daher wieder der Blick auf die Tribünen. West Ham bekam den oberen Rang der Hintertortribüne (etwa 2000 Karten), die Lions versammelten sich links und rechts davon auf den Geraden. Immer wieder wurde wild hin und her gestikuliert, “böse” Wörter ausgetauscht, aber das alles dürfte wohl eher für die anwesenden Fotografen gewesen sein. Hammers wirkten unmotiviert, bis auf einmal sang immer nur ein kleines Häuflein. Bei Millwall wurde es ein paar mal laut, allerdings brachte das Spiel keinen zu längerer Extase.

In der Pause konnte man dann die Umgehung des Rauchverbotes beobachten (wie in jedem öffentlichen Lokal ist auch im Stadion das Rauchen untersagt). Der Gang auf die Toilette wurde durch heftige Nebelschwaden erschwert. Man kam sich vor wie im Wackerladen, nur das die Rastas fehlten.

Das Publikum bei den Heimischen ist überhaupt für englische Verhältnisse einzigartig. Maximal eine Handvoll Bürger aus ehemaligen Kolonien zeigte sich in den Vereinsfarben, man fühlte sich doch in Neongelb-Orange sichtlich wohler. Auch das restliche Umfeld wirkt noch so wie man es sich wünscht. Keinen Megastore, anstelle die kleinen Stände mit Schals und Ansteckern. Anstelle der Wettbüros (wie es sie z.B. bei den Hammers massig gibt) gibt es Imbissstände und aufs Verbot der unflätigen Wörter wurde auch dezent gepfiffen.

Halbzeit Zwei war ähnlich wie die Erste. West Ham machte Druck, scheiterte aber dann meist an ihren Stürmern (Cole!) oder am Linienrichter. Viel Tat sich nicht mehr und auf den Rängen blieb es bei der üblichen Poserei. Gepost haben danach auch noch einige Hopper, die unbedingt in ihrem Eintracht Frankfurt Pulli Fotos machen mussten. Irgendwie versteh ich die Einstellung mancher Leute nicht. Wieso muss man bei einem fremden Verein immer seine eigenen Vereinsklamotten tragen? Alleine aus Respekt gegenüber würde ich darauf verzichten. Aber solange es die Heimischen nicht stört, kanns mir auch wurst sein.

Die Hammers Fans musste im Block bleiben, bis sämtliche Heimanhänger von dannen zogen. Nachdem es vorher nichts zu sehen gab, hauten wir uns auch lieber über die Häuser und suchten ein gemütliches Pub auf. Doch wie sollte es anders sein, durfte dieses aus Sicherheitsgründen auch erst um 17 Uhr öffnen. Sicherheit ist in London überhaupt das wichtigste Wort. Nach den Schwarzenaufständen vor einigen Wochen, wollte man heutigen Ärger zudem umgehen, indem eine große Anzahl an Supporter Meldeauflagen bekamen. Noch ein kleiner Fakt: In London gibt es über 10 000 öffentliche Kameras, in ganz Großbritannien 4,5 Millionen. Das entspricht eine für 13 Bürger. Man kann gespannt sein wann ein solcher Sicherheitswahn zu uns überschwappt. Allerdings ist es doch ein Unterschied ob man den Drahtziehern der Weltregierung etwas antun will, oder ob man dem Heinzi F. des Marmeladenbrot fladern will.

Nach dem Spiel trennten sich die Wege. Die einen fanden noch ein kühles Bier, andere widmeten sich der Kultur und können hier an dieser Stelle “Shrek – The Musical” empfehlen. Aber dies ist eine andere Geschichte!

SC Bregenz – Austria Salzburg 4:0

Auswärtsspiele in Vorarlberg (speziell in Bregenz) versprechen immer ereignisreich zu werden. Nach den Auswärtsniederlagen in Hard und St. Johann war man zudem gespannt ob der Auswärtsfluch (den es natürlich nicht gibt) abgelegt werden kann. Doch alles der Reihe nach:

Über Facebook luden die Stierwascher zu ihrer 16-Jahres-Jubiläumsfahrt mit der Deutschen Bahn. Dem Aufruf folgten etwa 40 Personen. Dazu kamen jeweils Busse von Union und Fraternite, sowie einige Privatfahrer (Bahn, Auto). Alles in allem dürften es wohl so 250 Gestalten im Gästesektor gewesen sein. Da unsere Mannschaft es nicht zusammenbrachte rechtzeitig einzutreffen begann das Spiel mit 20 minütiger Verspätung. Zeit genug für die Ordnungskräfte um ausgiebig zu filzen und sämtliche Feuerzeuge einzukassieren. Immerhin konnte man es gegen Zündhölzer umtauschen. Eine noble Geste. Ansonsten war natürlich das Stadion altbekannt, einzig der Standort der Heimfans ändert sich laufend. Diesmal versammelten sich die 5 Bregenzer Hansln auf selber Höhe in der anderen Kurve. Bemerkbar wurden sie auch dort nur durch ihre 2 Fahnen. Es ist echt verwunderlich, daß die Kameraden gegen Lustenau oder sonstige Kinderkurven was auf die Beine stellen und die Starken markieren, gegen Salzburg aber dann immer irgendwelche anderen Dinge wichtiger sind (Ausnahmen gibt es natürlich, doch diese sind mittlerweile sehr rar).

Im Gegensatz zu ihren Fans gibt deren Fußballtruppe gegen uns immer Gas und schickte uns in der Vergangenheit desöfteren mit einem ordentlichen Tragerl heim. Heute sah es ausnahmsweise gut aus. Bis kurz vor der Pause war die Austria die spielbestimmende Mannschaft. Leider spielte man auch heute wieder vor dem Tor wie zuletzt und der Torerfolg blieb aus. In der 41. Minute sorge Ali Baba(c) für den Anfang vom Ende. Die Austria spielte unverändert offensiv weiter, die Abwehr wurde immer schwächer. Obwohl in Überzahl kamen die Bregenzer Offensivkräfte regelmäßig zum Schuß. Nach 53 Minuten stand es 3:0, der ein oder andere reklamierte fehlende Abseitsentscheidungen (zurecht), doch im Endeffekt war dies auch schon egal. Die Austria agierte wie in jedem Auswärtsspiel völlig planlos. Das Spielsystem blieb über die gesamte Spielzeit unverändert, auf Teufel komm raus wird nach vor getrickselt. Bis auf einen Weitschuß an die Querlatte kam dabei überhaupt nichts raus.

Nachdem es am Feld wenig sehenswertes gab, widmete man sich lieber dem eigenen Auftritt. Der war trotz der hohen Temperaturen sehr ansprechend. Leider dürften die hohen Temperaturen einigen Trikotträgern (oder war es doch der Geburtstagsprosecco?) zu Kopf gestiegen sein und man begann die eigenen Fans anzupöbeln. Dies wurde dann aber recht unkonventionell gelöst, sodass sich die Ordnungskräfte doch eher Feuerlöschversuchen widmen konnten. Alles in allem blieb es aber heute richtig zivilisiert, bis auf eine Handvoll Bengalen und 1-2 Böller konnte nichts beanstandet werden. Trotzdem schafften wir es wieder mit negativen Schlagzeilen in die Medien (wiedererwarten nicht wegen der beschissenen Mannschaftsleistung): Nicht nur manchem Violetten ging das Getue einiger Geburtstagskinder am Anus, auch Fahrgäste fühlten sich belästigt und so wurden diese von der Staatsmacht zur Räson gebracht. Bleibt zu hoffen das so manches Gesicht erst wieder zur nächsten Feier auftaucht, denn Stänkerer und Unruhestifter braucht die Austria am wenigsten.

Was die Austria braucht, wäre mal ein ordentliches Konzept für Auswärtsspiele. Man muss nicht immer auf “Teufel komm raus” losstürmen und sich eine Niederlage nach der anderen einfangen. Ein 0:0 bringt uns 10mal weiter, wie die x-te Niederlage (für die Statistikfreunde: 3 Siege, 6 Unentschieden, 12 Niederlagen). Dafür bedarf es aber auch den richtigen Personen bzw. diejenigen, die glauben sie sind die richtigen, sollten ihre Beratungsresistenz ablegen und endlich die Augen aufmachen!

SV Austria Salzburg – SV Seekirchen 5:0

Eine doch recht aufregende Woche ging mit einem glatten Heimerfolg zu Ende. Der erste Erfolg konnte bereits Freitag mittag gefeiert werden, als die “Voting”süchtigen unter uns Alex Trappl zum beliebtesten Amateurfußballer Österreichs hievten. Trotz harter Konkurrenz aus Schwechat, unterstützt vom langen Elend aus Klessheim, erreichte Alex über 3000 Stimmen mehr. Man kann von solchen Wahlen halten was man will, objektiv sind sie garantiert nie, trotzdem ein netter Erfolg für den längstdienenden Austrianer. Gleichzeitig wurde er auch von Trainer Emich für die Startaufstellung eingesetzt, Martin Eisl erhielt nach seinen Patzern in St. Johann eine Nachdenkpause.

Wenig Zeit zum Nachdenken hatte unsere Länderspielfraktion. Einige schafften es teilweise direkt zum Anpfiff heimzukommen. Das violette Salzburg (dürfte wohl mit Abstand die größte Anhängerschaft oben gewesen sein) sah eine inferiore österreichische Nationalmannschaft. Das Ergebnis war halb so wild, erwischte es uns doch letzte Woche in ähnlicherweise. Aus diversen Erzählungen hörte man nette Anekdoten aus der BRD, diese sollten allerdings von Anwesenden weitergetragen werden.

Der heutige Gegner Seekirchen zählt zum unteren Tabellendrittel und sollte eigentlich keine Schwierigkeit darstellen. So war es dann auch und man marschierte locker über ungefährliche Seekirchner drüber. Jetzt gilt es diese Leistungen auch auswärts zu bestätigen.

Ebenso ordentlich wie am Felde präsentierte sich die Kurve. Obwohl wie oben erwähnt etliche geschlaucht vom Vortag waren, wurde gut durchgesungen und ein solider Auftritt hingelegt. Damit dies auch in Zukunft weiter gelingt, wird im Hintergrund fleißig an Nachwuchs gebastelt. Diesmal war unser 2. Vorsänger an der Reihe und es wird ihm und seiner Familie auf diesem Weg alles Gute gewünscht!

Slovan Pressburg – AS Rom 1:0 (18.08.2011)

Nachdem Slovan in der CL-Qualifikation an APOEL scheiterte, bekamen Sie in der Europaleague-Qualifikation AS Rom zugelost. Das Italiener nicht unbedingt in größten Zahlen auswärts fahren (speziell in riskante Länder) ist allseits bekannt, da aber gleichzeitig Slovan extrem mobilisierte, sicherte man sich trotzdem Karten für dieses Spiel. War es gegen Roter Stern letztes Jahr nur möglich vor Ort an Karten zu kommen, konnten diese diesmal einfach übers Internet bestellt werden und daheim ausgedruckt werden. Eine Neuerung gab es aber: für den Slovan Fansektor gab es nur Karten über Belasa Slachta (so eine Art Fanorganisation) bzw. in den örtlichen Streetwearläden. Gespielt wurde wieder im Pasienky (das ehemalige Inter-Stadion), welches nun wohl die Heimstätte von Slovan werden wird. Das Tehelne pole ist schon ordentlich verfallen und wird denke ich nicht mehr in Betrieb genommen.

Wir erreichten diesmal relativ früh das Stadion und fuhren mit der Bim Richtung Altstadt. Die Hoffnung auf einen eventuellen Gästemob wurde erfüllt und wir liefen direkt hinein. Schätzungsweise 70 Römer dürften es gewesen sein, sie marschierten aber ruhig und unauffällig Richtung Stadion. Wir genehmigten uns noch das ein oder andere Getränk (die waren auch schonmal günstiger, Bier mittlerweile schon um die 1,50€ und für ein original Cola zahlt man fast 2€).

Eine dreiviertel Stunde vor Anpfiff gings retour zur Bim und bei der Fahrt konnte man sich in den Arsch beißen. Vor einem Pub sah man einen ordentlichen Bullenaufmarsch inklusive Absperrungen und Rettung. Tags darauf konnte man in der Zeitung nachlesen, daß die Römer ein Slovan Pub stürmten und wie üblich mit ihren Messerchen hantierten. Dabei gab es dann einige Festnahmen bei den Gästen.

Wir unterhielten uns in der Straßenbahn derweilen mit einigen Einheimischen, erwiesen diese sich doch als große Anhänger ehemaliger deutscher Politiker. Das in der Slowakei die Uhren noch etwas anders gehen, weiß man unsererorts spätestens seit dem Kampflesbe Lunacek auf einer Schwulenparade in Pressburg attackiert wurde. Endlich angekommen, sah man bereits einen ordentlichen Andrang. Zumindest in diesem Stadion hat man das so noch nicht miterlebt (im Derby eine Woche zuvor gegen Spartak Tyrnau waren gerade mal 4000 Zuseher). Pünktlich mit dem Einmarsch war man endlich drinnen und konnte gerade noch eine nette Choreographie der Heimischen mitansehen. Übers ganze Stadion wurden Zettel in den Vereinsfarben verteilt und im prallgefüllten Fanblock gabs zudem einen Überzieher. Roma enttäuschte vollends und hatte weder einen vollen Sektor noch etwaige Zaunbeflaggung (wie man später rausfand aus Ärger über die Festnahmen). Stimmung auf der Heimseite so gut wie noch nie (zumindest wenn ich sie sah). Der gezielte Verkauf von Fanblocktickets hat sich also doch bezahlt gemacht und es wurde eine konstant hohe Mitmachquote erreicht. Im Gästesektor sammelten sich etwa 300 Leute, wobei der Großteil definitiv Totti-Fans aus Österreich oder Umgebung waren. Bis auf Gesänge gegen Lazio, Slovan und die Polizei konnte man die Romanesi kein einziges Mal vernehmen (insgesamt maximal 5 Minuten gesungen über das ganze Spiel hindurch). Enttäuschend auch die Darbietung am Rasen. Roma mit dem nötigsten, aber vorm Tor zu lässig. Kaum packende Szenen in der ersten Hälfte.

Zur Pause dann der obligatorische Gang zum Stand der Ultras Slovan (mittlerweile auch ein Belasa Slachta Laden). Die String Tangas und Speicherstäbe waren leider nicht mehr vorhanden, dafür gab es neue Hardbass Pressburg Hemden (für alle die es nicht kennen: Hardbass Pressburg). Ansonsten gabs diesmal statt Burenheidln Hot Dogs und Hamburger, welche ganz genießbar waren. Ungenießbar hingegen das alkoholfreie Bier und die Alternative Kofola. Von diesem Dreck kriegt man spätestens nach einem Becher dermaßen Magenbeschwerden, verstehe bis heute nicht wie man dies nur literweise saufen kann. Die zweite Hälfte war sportlich weiterhin mau, allerdings wurde man kurz vor Schluß durch ein Slovan Tor erlöst. Genialer Torjubel und Dauersupport bis zum Schluß, sehr geil anzusehen. Mit Slovan feierten heute auch wieder eine ordentliche Anzahl aus Brünn (hinter der bekannten Johnny Kentus Gang Streetfighter Fahne), einige Leute aus Königshütte (Freundschaft mit Ruch gibt es, soweit mir bekannt, seit letztem Jahr) und Wienern (allerdings ohne Fahne, spielte doch der FAK am selben Tag im Horr). Ex-Veilchen Filip Sebo schnappte sich dann noch das Megaphon und koordinierte die abschließenden Feierlichkeiten.

Für uns gings retour zum Auto noch über bekannte Kreuzung (hinter dem Gästesektor vom Tehelne pole), wo man doch schon die ein oder andere Auseinandersetzung mitbekam, heute aber alles ruhig. Nach kurzer Fahrt war man endlich wieder in der Bundeshauptstadt und konnte Kräfte tanken für den folgenden Arbeitstag. Wer noch nie in der Slowakei war, dem kann ich eine Fahrt dorthin nur empfehlen. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man viel geboten.