Austria Salzburg – WSG Wattens 0:1

Abstiegsfrust statt Aufstiegskampf!

Viel mehr kann man derzeit nicht mehr sagen. Die Statistik sagt alles über die aktuelle Situation. Es läuft einfach gar nichts zusammen, bis auf ein paar gute Situationen in jedem Spiel (damit man nach dem Spiel von Pech und einer ansonsten guten Leistung sprechen kann), ist es derzeit nicht zum Anschauen.

Die Stimmung auf den Rängen war für die gezeigten Leistungen am Feld ganz ordentlich. Nach dem Spiel wurde das Team artig verabschiedet und irgendwie scheint es als ob von einer Krise nichts zu merken ist.

Nächste Woche geht es nach Neumarkt, gegen die man letzte Saison in beiden Spielen keinen Sieg einfahren konnte. Deren Truppe ist heuer zudem wesentlich stärker wie letztes Jahr. Der pessimistische Anhänger kann sich daher schon eine Flasche Magenbitter zum Frustsaufen mitnehmen. Aber vielleicht macht sich das wochenlange gute Training endlich mal nicht nur in den Interviews bemerkbar?

Augen auf beim Eierkauf!

Nachdem vergangene Woche in den Salzburger Nachrichten das Aus für Neubaupläne in Liefering publiziert wurde, kam das überraschende und großzügige Angebot des ASKÖ an die Austria. Für einen “moderaten” sechsstelligen Betrag (inkl. monatlicher Zahlung von 9000€ an ein Leasing-Unternehmen) würde man uns die Sportstätte in Maxglan überlassen. Neben den fraglichen Expansionsplänen (Grünland, Verkehrs-, Anrainersituation) ist die finanzielle eine bedeutende Frage. Gerade der ASKÖ hat dermaßen viel Dreck am Steck, daß er uns wohl nichts aus reiner Höflichkeit anbieten würde. Interessant dazu dieser Leserbrief des ehemaligen ASK Salzburg-Vorstandes (der bekanntlich in den Konkurs geschickt wurde):

http://www2.salzburger-fenster.at/rubrik/lokales/0310/stellungnahme-des-ask-salzburg_15020.html

Hier werden Machenschaften an den Tag gebracht, die nicht gerade ein gutes Zeugnis für eine vertrauenswürdige Partnerschaft abgibt. Es bleibt zu hoffen, daß unsere ideologisch geprägten Funktionäre Objektivität bewahren und es kein ähnliches finanzielles Fiasko geben wird.

Austria-Stadion endgültig gescheitert?

Wie man gestern Abend den Salzburger Nachrichten entnehmen konnte, scheinen die Pläne eines Stadionneubaus in Liefering ad acta gelegt worden zu sein. Bereits wie seitens einer (“Wirtschafts-“)Partei die Pläne an die Medien übermittelt wurden, war der Aufschrei in der Bevölkerung groß. Von sinnloser (Steuer)Geldverschwendung, Lärmbelästigung und vieles mehr war zu lesen und hören. Kann man die Anrainerbeschwerden noch verstehen, obwohl diese hauptsächlich von Berufsvolksbegehrern geäußert wurden, ist das Argument der Finanzierung nicht verständlich. Mit einer Drittelfinanzierung wäre die Stadt relativ günstig ausgestiegen und hätte einige Probleme gelöst gehabt. Man merkte aber bereits schnell, daß die anfangs begeisterte Bürgerliste sowie die Sozialdemokraten politischen Gegenwind bekamen und somit eine Kehrtwende machten. Auch wurde das Projekt völlig falsch präsentiert (was aber hauptsächlich an o.a. Partei lag. Ziel hätte es sein sollen eine gesamte Sportstättenoffensive zu bestärken mit dem Stadion als Aushängeschild. Es gibt etliche Vereine die über kaum vorhandene Infrastruktur klagen und denen dieser Vorstoß der Austria sicher gut getan hätte. Mit einer vernünftigen Aufteilung der Sportstätten (neben dem Hauptfeld noch etliche Trainingsplätze für die hunderten Nachwuchsfußballer) wäre es kein Austria-Stadion gewesen, sondern ein Stadion für Salzburg.

Wie weiter oben erwähnt, gab es Bedenken bezüglich der Anrainer und auch der öffentlichen Anbindung. Diese dürften jetzt anscheinend verflogen sein, denn für eine neue Eishalle von Red Bull lassen sich alle wieder rasch begeistern. Ohne Frage: Salzburg braucht dringend vernünftige Eisplätze. Der 1960 erbaute Volksgarten ist für ein geplantes europäisches Spitzenteam im Eishockey (im Fußball hat es bekanntlich nicht geklappt) zu klein, zudem ist es die einzige Halle für sämtliche Teams. Daher sollte es unsererseits auch kein Gemecker über eine neue Eishalle geben, sondern vermehrt auf eine breitflächige Sportstättenoffensive hingewiesen werden. Vielleicht wäre es auch sinnvoller gewesen das Olympiabestechungsgeld gleich zweckmäßig einzusetzen.

Wie geht es nun mit der Austria weiter? Das dürfte die große Frage sein. Dank der aktuellen sportlichen Leistungen verschiebt sich ein Aufstieg in den Profifußball um zumindest ein weiteres Jahr. Für die Regionalliga ist Maxglan mehr als ausreichend, da mangels Attraktivität die Zuschauerzahlen kontinuierlich zurückgehen. Ein Flutlicht und eine weitere Tribüne wären auch schnell gebaut, die Parkplatzsituation und v.a. die Trainingsplatzproblematik würden dabei aber nicht gelöst werden. Der Kampf um eine adäquate Heimstätte sollte daher nicht aufgegeben werden, sondern durch fundierte Argumentation verstärkt werden. Das man sich dabei nicht prostituieren muss und Seitenblickepolitikern eine Bühne bieten muss, dürfte nun auch klar sein. Denn wenn es hart auf hart kommt, ziehen genau diejenigen mit den vollmundigsten Versprechungen den Schwanz am meisten ein. Auch die vorgeschlagene Lösung mit einem Umzug nach Klessheim wäre fatal. Selbst wenn es als Übergangslösung angesehen werden würde, mit welcher Begründung würden wir wieder von dort wegkommen? Jeder rationell Denkende würde sich fragen, was die Violetten eigentlich wollen. Haben ein millionenschweres EM-Stadion zur Verfügung mit ausreichend Platz für 2 Vereine und selbst das passt ihnen nicht. Aus dieser Kiste wäre es schwer wieder rauszukommen. Selbst wenn man sich damit abfindet, würde es vieles wofür die Austria steht zerstören. Einerseits der Canossagang zurück zu unseren Peinigern, andererseits würde die bekannte Heimspielatmosphäre flöten gehen. Unser durchschnittlich 500 Mann Fanblock wäre in einem 30.000er Stadion verloren und würde wohl für ähnliche Begeisterungsstürme wie die Klatschpappen der Vorstädter sorgen.

Die Austria scheint auf dem Scheideweg zu sein. Verloren, wie einige bereits im Monatstakt befürchten, wird sie nie sein, doch könnte es fatale Auswirkungen für die Zukunft geben. Jetzt gilt es sich auf unsere Grundprinzipien zurückzubesinnen, die strahlenden Augen Richtung Profigeschäft mal abzudunkeln und an einer für alle zufriedenstellenden Lösung zu arbeiten. Ein Schnellschuß ohne die Mehrheit der Fans würde weitere Risse in die bereits leicht angespannte Situation zwischen Verein und Anhängerschaft führen.

Freiheit für die Jungs!

Gestern begann der Prozess gegen 86 Rapid Wien Anhänger wegen der sogenannten “Westbahnhofgeschichte”. Für Interessierte bzw. zur Information empfiehlt sich dieser Presse-Artikel:

http://diepresse.com/home/sport/fussball/697646/Fussball-Bundesliga_Gruen-vs-Violett (“Die Presse”, Print-Ausgabe, 02.10.2011)

Man kann Rapid mögen oder, wie wir, sie hassen, dieses Urteil könnte aber für die gesamte Fanszene von Bedeutung sein. Denn speziell bei Derbies gehört das Präsenz zeigen einfach dazu. Niemand will dem Gegner “seine” Stadt/Gegend überlassen, man muss ihm Grenzen aufzeigen. Für Außenstehende mag das wirr klingen, geht man doch ins Stadion wegen der tollen Fußballer und einem Bier, für Ultras/Hooligans/… ist es ihr Leben. Wer täglich an seinen Verein denkt, Choreographien vorbereitet, sich einfach aufs Wochenende vorbereitet, der hängt mit einer ganz anderen Leidenschaft an der ganzen “Sache”.

Ein interessantes Interview mit dem Fan-Experten Michael Gabriel findet sich abermals in der Presse:

http://diepresse.com/home/sport/fussball/697647/Vereine-muessten-den-Ultras-dankbar-sein (“Die Presse”, Print-Ausgabe, 02.10.2011)

Der Prozess soll sich noch bis nächstes Jahr hinziehen. Man sollten den Grünen, trotz aller Feindschaft, alles Gute und einen fairen Prozessausgang wünschen.

Nachsatz: Fair im wahrsten Sinne des Wortes. Das bedeutet nicht das jeder unbedingt freigesprochen werden muss (wenn klare Gewalttaten nachgewiesen werden können, wird er nicht um eine Strafe herumkommen), allerdings auch keine Vorverurteilungen, wie sie die Medien bereits getroffen haben, treffen.

Sehr amüsant ist dieser Artikel aus der Qualitätszeitung “Heute”: http://www.heute.at/sport/fussball/art23663,606841. Nicht umsonst verteilt man dieses Medium gratis in den Öffis, hat man es zudem auf einer Kurzstrecke ausgelesen.

Austria Salzburg – USK Anif 1:3

Erstes Heimspiel nach der Ära Emich und das gleich gegen Tabellenführer Anif. Einerseits ein Gegner den man diese Saison schon im ÖFB-Pokal schlug, andererseits alles andere als ein Aufbaugegner.

Die Unione gab sich trotzdem kämpferisch und forderte die Rückeroberung der Festung Maxglan. Untermalt von Überziehern im Balkenmustern und Fahnen gab es eine nette Einstimmung auf den heutigen Kick ab. Die Stimmung war dann ähnlich und für die aktuelle Situation ordentlich.

Am Feld merkte man eine Steigerung zu den letzten Partien und man sah doch den ein oder anderen wieder kämpfen. Wirklich zählbares kam aber trotzdem nicht raus, technisch dümpelt man derzeit sowieso irgendwo umher. Besonders beim Anspielen des Stürmers ging vieles ins Nirvana. Nach dem Rückstand fiel man wieder in alte Gebrauchsmuster zurück. Das 0:2 ließ bereits Böses ahnen, doch dann nahm sich Federer in der 53. Minute endlich ein Herz und erzielte den Anschlusstreffer. In der Folge wurde die Austria stärker, Federer war es abermals der zum vermeintlichen Ausgleich traf. Nach schöner Einzelaktion entschied der schwache Schiedsrichter zum Unmut des violetten Anhangs auf Foul. Chancen auf den Ausgleich waren danach noch einige vorhanden, speziell zum Schluß durchaus verdient, aber es sollte nicht sein. Das 1:3 war danach auch schon egal.

Die Stimmung auf den Rängen war heute entspannter wie zuletzt, sah man doch eine zumindest teilweise kämpferische Austria. Zeit für Folklore und Aufbruchstimmung ist aber noch nicht. Eine wirkliche Chance auf den Sieg hatte man nicht wirklich. Es gibt noch viel zu tun für Interimstrainer Stöger und Co Rottensteiner. Die Rückkehr zu einem ehrlichen Fußball aus den Anfangsjahren wäre schonmal etwas. Dieses Herumgetrickse und “Balli ins Tor”-Tragen mag zwar nett sein, allerdings sollte es auch gekonnt werden.