Mitgliederversammlung 2011

Am 19.11. war es wieder soweit und der Verein lud zur Mitgliederversammlung in die TriBühne Lehen. Dem Ruf folgten doch etliche Mitglieder und so dürften es schlußendlich etwa 140 Vollmitglieder gewesen sein. Der 19.11. ist leider in den letzten Jahren tragisch behaftet und so wurde eingangs unserem verstorbenen Freund gedacht (Unvergessen!).

Um die Zeit bis zum großen Schnitzelessen zu überbrücken, begann man gleich mit den Tagesordnungspunkten. Den Anfang machte Obmann Walter W., der neben einem Schwank aus seinem Terminkalender und Kritik an Forenbeiträgen auch auf aktuelle RLW-Sitzungen einging. Demnach stellten etliche Vereine Anträge auf Rückerstattung der Sicherheitsausgaben durch Austria Salzburg, Entscheidung ist dahingehend noch nicht gefallen, unsere Standpunkte wurden deponiert. Gleichzeitig kam auch eine neue Idee aus Tirol auf (da diese höchstwahrscheinlich nächstes Jahr nur mehr 3 Teams in der RLW haben werden), indem man die Liga auflöst und eine Mischung aus Landesliga und Play-Off installiert. Abermals dürfte sich der Verantwortliche zu sehr mit seinen Klienten beschäftigt haben.

Neben dem Hinweis, daß wir derzeit auch finanziell nicht profireif sind (etwa nur ein Viertel des Bundesligaminimumbudgets), erfuhr man kaum neues bezüglich Stadion. Derzeit arbeitet man an zwei Lösungen, der interessierte Anhänger hörte selbiges auch schon zu anderen Treffpunkten (Austria).

Im Anschluß kam der Vortrag der sportlichen Leitung, Organisators, Betreuerstab, Trainer etc. in Personalunion. Das letzte Jahr wurde ausgiebigst anhand sämtlicher Ergebnisse resümiert was etliche Smileys zum Vorschein brachte. Die Ehrung der letztjährigen U12 war für die Kleinen sicher ein Höhepunkt, auf einen solchen wartete man in der Rede aber vergebens. Anstatt auf brennende Themen wie den Abgang mehrerer Spieler und Trainer einzugehen, wurde weiter auf die erzielten Tore der U11 hingewiesen. Wenigstens bei der Kampfmannschaft wurde man schlauer, denn das Ziel heuer war anstatt der vielen Unentschieden des Vorjahres lieber auf Sieg oder Niederlage zu spielen.

Neben der U12 wurden auch Ex-Tormanntrainer Huber und Didi Emich geehrt. Emich sprach von einer wüden Zeit und seinen 600 Gehirnströmungen. Applaus. Nach dem Ex-Trainer wurde es dann (Trommelwirbel) spannend. Mittels Videoeinspielung wurde der neue Trainer vorgestellt. Wie in den Medien bereits Anfang der Woche kolportiert, handelt es sich um den Anifer Thomas Hofer. In Salzburg kein unbeschriebenes Blatt, die Erfolge von Anif kann er gerne bei uns wiederholen. Da er sich seit Donnerstag in Ägypten befindet, wurde das Interview aufgezeichnet. Stellt sich die Frage wieso Stöger es dann als notwendig erachtet nach Bekanntwerden des Deals Medien und Fans anzulügen? Noch am Freitag hieß es, es gibt weitere Gespräche mit den restlichen 5 Kandidaten. Aber wenigstens wurde einem klar warum die Trainersuche solange dauerte. Mit jedem Kandidaten (bei immerhin 40) 4 Stunden in der Weissen zu verbringen, das dauert dann schon einmal. Offen ist zudem noch wann Hofer sein Amt antreten wird, das mit Anif noch nichts geklärt wurde. Im besten Fall bereits am 6. Dezember, ansonsten kann man bis in den Sommer warten (wo wir dann hoffentlich noch in der selben Liga sind).

Nach dem sportlichen Zahlenspiel wurde es zahlenmäßig interessanter bei der Budgetpräsentation. Das lachende Smiley wurde leider nicht erreicht, laut Plan soll es aber im nächsten Jahr soweit sein. Was aber auffiel war, daß der Anteil der Sponsoren anstieg und man aus den Mitgliedsbeiträgen nur mehr einen geringen zweistelligen Prozentsatz lukrieren kann. Wenigstens erhielt man eine kostenlose Rechtsaufklärung, wo einem der Vorstand (dieser setzt sich nämlich aus den 6 geforderten Funktionären UND den Beiräten zusammen) und deren Haftung (jedes Vorstandsmitglied haftet persönlich bei Fahrlässigkeit) erklärt wurde.

Wurde bei den Budgetfragen noch relativ schnell weitergegangen (Nachfolger für den scheidenden Geschäftsführer), lies der Bericht der Rechnungsprüfer doch aufhorchen. Hier wurde erstmals auf Ungereimtheiten hingewiesen, welche wohl großteils auf fehlende Kommunikation zurückzuführen sind. Mögen auch manche Punkte rechtlich vertretbar sein, moralisch bleiben sie trotzdem bedenklich. Hier ist ganz klarer Aufholbedarf.

Die Vorstellung der neuen Beiräte ging relativ schnell von statten. Peter Mayer machte einen sichtlich professionellen Eindruck, erstmals erhielt man auch einen klaren Überblick über die Tätigkeitsbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder. Neben professionellen Strukturen hat er sich auch die nötige Transparenz zum Ziel gesetzt. Man wird ihn hier auf jeden Fall beim Wort nehmen. Neben ihm stoßen auch Heinrich Giglmayer (in Rechtsfragen), Werner Kubis (welcher für die Infrastruktur zuständig sein wird und als Techniker einen ebenso guten Eindruck hinterließ) und Willi Ortmayer (der nicht anwesend war und man somit nur sein Foto betrachten konnte) in den Vorstand. Ausgeschieden sind neben Mr. Christkindlmarkt Wolfgang Haider (wann wurde der eigentlich zuletzt gesehen) auch der Kassier der ersten Stunde Christoph Spannberger (vielen Dank für alles!). Angenommen wurde jeder, man wünscht jedem einzelnen natürlich bestes Gelingen.

Danach wurde es aber hektisch. Im vorliegenden Schriftstück wurde noch wörtlich geschrieben: “…Gerade in Zeiten, in denen nicht alles “eitel Wonne” ist, soll die Mitgliederversammlung aber Ort lebendiger Diskussionen und wichtiger Weichenstellungen sein…“. Anstatt hier aber zum Beispiel die offenen Fragen des Budgets oder gar die sportliche One-Man-Show zu hinterfragen, verlagerte sich die Diskussion eher dahingehend, ob Reis oder Erdäpfelsalat besser zum Schnitzel passen. Schade das man hier recht schnell abgewürgt wurde. Mit der versprochenen Transparenz hat man aber dann doch hoffentlich bald mal wieder die Möglichkeit zur Meinungsdeposition.

Ukraine – Österreich 2:1

Nachdem man eigentlich aufs Nationalteam verzichten wollte, waren die Überredungskünste doch erfolgreicher. Mit Marcel Koller ein neuer Trainer, der frischen Wind bringen soll, und zudem eine EM-Stadioneröffnung waren Motivatoren. Anreise sollte wie immer so günstig wie möglich sein, daher zog ein Direktflug den kürzeren. Einige flogen von München ab was preislich im Rahmen blieb, aber für etliche aus Zeitgründen nicht machbar war. Zug ist von Wien umständlich und zeitaufwendig, da an der ukrainischen Grenze die Spur gewechselt werden muss. Blieb also nur die Anreise mit dem Mietauto. Nach längerem Hin- und Her (ja, ein Reisepass wird für eine Auslandsreise schon benötigt) fanden sich Montag nacht 8 Violette in Österreichs Osten ein um mittels Neunsitzer die etwa 900 km zurückzulegen. Bis auf einen Verfahrer in Budapest und dann vor der Grenze, der uns eine Stunde kostete aber doch einige Schönheiten hatte (csókolni a kezét!), war man in der früh an der ukrainischen Grenze. Im Internet wurde vor der Einreise mit einem Mietauto gewarnt, da dies Probleme mit sich bringen würde (was auch anderen Österreichern passierte und sie mit dem Zug weiter mussten). Man benötigt eine notarielle Beglaubigung in deutsch und russisch, dass man berechtigt ist, diesen Wagen zu lenken (sofern man nicht der Eigentümer ist). Da dies ein Kostenfaktor gewesen wäre, verzichtete man darauf und hatte nur den Mietvertrag mit. Dürfte auch genug gewesen sein und die Einreise dauerte nur etwa 20 Minuten. Erwähnenswert sicherlich die typisch sowjetische Vorgehensweise. Position A kontrolliert Reisepässe und die dazugehörenden Personen, Position B kontrolliert Reisepässe, Fahrzeugschein und Personen, zusätzlich ein Blick in den Innenraum wegen Schmuggelware. Zusätzlich erhält man den den Passierschein ZY. Diesen kontrolliert Position C und gibt den Weg frei auf die holprige Landstraße.

Wie es für Oldschool Supporter üblich ist, wurde auf ein Navigationsgerät verzichtet. So deckte man sich bei der ersten Tankstelle mit einer kyrillischen Landkarte ein, welche trotz fehlender Kenntnisse kein Problem war. Nachdem in Ungarn Fahrer Louis Hamilton nur von einem Wagen überholt wurde, musste man beim Weg durch die Ostkarpaten runter vom Gas gehen. Neben etlichen LKWs sorgten Schlaglöcher und Kurven für eine geringere Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Landschaft ist im Frühling sicher sehenswert, in der kalten Jahreszeit wirkt sie einfach nur trist. Am Wegesrand standen immer wieder Einheimische, die eine Mitfahrgelegenheit suchten (sofern sie nicht gleich zu Fuß gingen oder mittels Pferdekutsche fuhren). Zudem konnte man alles mögliche an selbstgebastelten und -gebrannten erwerben. Etwa 1 Stunde vor Lemberg war dann Wintereinbruch und man durfte die erste Schneeballschlacht des Jahres veranstalten. Es ging aber doch besser wie erwartet voran und nach 12 Stunden erreichte man das EM-Stadion. Von weitem sieht man das Teil bereits, befindet es sich doch gleich neben dem “Highway”. Schwieriger war dann aber die richtige Zufahrt zu finden, da diese einfach noch nicht existiert. Die offizielle Zufahrt wurde durch Baufahrzeuge versperrt, bei der zweiten Richtung Parkplatz war man erfolgreicher und die postierten Soldaten machten den Weg frei. Rund ums Stadion wurde fleißig gearbeitet, hieß es doch die Pflastersteine zu verlegen und die Drehkreuze einzubauen. Der Parkplatz selber über die obere Tragschicht noch nicht hinausgekommen und so standen die Kanalschächte noch 10 cm raus. Beim Stadionbesichtigen interessierte sich keiner für uns, selbst am Feld wurde man für Arbeiter gehalten. Einzig in den VIP Club durften wir dann doch nicht. Eintrittskarten waren natürlich Fehlanzeige und so fuhr man doch erst einmal ins Hotel.

Dieses erwies sich als Glücksgriff. Zwar etwas abseits aber sauber, preiswert und 24h Restaurant sprachen für sich. Mittels Taxi dann rein in die Stadt, treffen mit der Vorhut und gleich mal Futter ausfassen. Trotz bester Lage des Lokals (im Opernhaus) fand man kaum eine Speise über 5 Euro. Neben dem Preis muss man auch die Qualität und die Optik loben. Ukraine dürfte wahrlich noch ein Land sein, wo man etwas für sein Geld bekommt. Einzig bei den Eintrittskarten war man nicht so human und so durfte man 200 UAE (etwa 20 Euro) ablegen. Bei der ersten Stadionbesichtigung war schon ersichtlich, dass es neben der Fertigstellung auch an öffentlichen Verkehrsmitteln mangelte. So durfte man abermals ein Taxi ordern und für 15 Euro ging es im 14-Sitzer die halbe Stunde raus zum Stadion. Vor der Öffnung der Tore bereits angekommen und somit die ersten im Gästesektor erklärte sich auch die Zaunbeflaggung (welche nahezu nur aus violetten Vertretern bestand: Oed/Zeillern, Lunatics, TGS, UU sowie Rotlichtboys AC-Lockenhaus-AB und Asparn/Z.).

Während sich das Stadion schleppend füllte, wurde die Hilti noch ausgepackt und die Sektorenbezeichnung montiert. Das Stadion selber ist innen zwar sehr geil, steile Tribünen und überdacht, doch würde sich ATV für ihre Sendung “Pfusch am Bau” darüber freuen. Das die Kartenscanner nicht funktionierten, war egal, doch vereiste Treppen bei einem Neubau sind nicht gerade ein Qualitätsmerkmal. Auf den Toiletten wurden noch schnell Seifenspender montiert, welche nicht betätigbar sind. Fliesen konnte man noch bewegen, da der Kleber noch nicht trocken war. Die Eckleisten flogen sowieso schon beim Anschauen wieder runter. Mitten im Sektor war auch noch ein Loch für die Entwässerung offen, direkt darunter waren Sitzplätze der Ukrainer. Das Strom mit Verlängerungskabel quer durch Stadion verlegt wurde und man jederzeit damit hantieren konnte, muss man zur Kenntnis nehmen. Dafür herrscht Rauchverbot im Stadion und auch das Buffet war in Ordnung. Kaffee 1,50 sowie 0,5l Cola (in der PET-Flasche) für 1,50 sind in Ordnung.

Zum Anpfiff war das Stadion dann, mit Ausnahme des Gästebereiches, voll. Hinter dem gegenüberliegenden Tor machte sich der Supporterblock breit. War doch überraschend wieviele da mitmachen und auch die Pyrotechnikeinlagen wussten zu gefallen. Laut wurde es einige Male im ganzen Stadion (v.a. wie Sheva eingewechselt wurde). Die etwa 50 Österreicher konnten kaum was ausrichten. Dafür überzeugten doch einige wieder mit buntgemalten Gesichtern und rot-weiß-roten Irokesenperücken. Für Begeisterungsschwünge der Einheimischen reichte es aber nicht, Tanzanimation und aufblasbare Klatschstäbe sind doch eher ihres. Alles in allem wars aber doch eine sehr ordentliche Stimmung im Stadion.

Ordentlich war auch der Auftritt der Rot-Weiß-Roten am Platz. Speziell in der zweiten Hälfte hatte man mehr Chancen auf den Sieg, mit Ausnahmen von Arnautovic traf man aber nichts. Im Gegenzug fing man sich 2 sinnlose Tore ein. Rein taktisch merkt man schon eine Verbesserung durch Trainer Koller (einzig Pferdefresse Janko sollte doch eher in Holland bleiben). Dafür müssen einige noch vom hohen Ross runterkommen. Wenn ein Fuchs zum Affen wird, ist dies noch halbwegs lustig, abfällige Handbewegungen und Verschwinden eines Pogatetz dafür weniger. Ein Positivbeispiel ist hier allerdings der verschrieene Arnautovic.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und es ging wieder das gewohnte Chaos los. Taxis konnten nicht zum Stadion zufahren und so blieb einem nichts anderes übrig, als im Schneegestöber heimzumarschieren. Man fühlte sich teilweise ein paar Jahrzehnte zurückversetzt. Nach fast 2 Stunden konnte ein ukrainischer Nachwuchsrennpilot gefunden werden, der uns flott aber sicher ins Hotel retour brachte. Während ein Teil noch einheimische Spezialitäten verkostete, träumten andere bereits von Saxophonkonzerten (welches aber beim Traum blieb).

Frühmorgens ging es nach einem typischen Frühstück (Würstel, Fleischlaberl, Fleisch mit Gemüse/Pilze, div. andere mehr oder weniger definierbare Dinge) retour Richtung Heimat. Anfangs noch Nebel und Schnee wurde es immer schöner und die brachte die Karpaten in ein schönes Herbstlicht. Geblendet von dieser dürfte auch ein Struppi gewesen sein, machte er doch rasch Bekanntschaft mit französischer Qualitätsarbeit. Überraschenderweise ging der Sieg an die Franzosen. Zur Feier gabs feinsten ukrainischen Wodka.

An der Grenze wars diesmal zeitintensiver. Während die Ukrainer in gewohnter Manier (ohne Passierschein heißts “go back” und Formular holen) arbeiteten, verzichteten die Ungarn auf diese und machten lieber Mittagspause. Schranken unten und abwarten bis das Gulasch verspeist war. Die eigentliche Kontrolle dauerte zwar nur 5 Minuten, doch verlor man schnell 1 1/2 Stunden. Folglich wurde abermals Hamilton hinters Steuer verfrachtet, der in Rekordzeit die ungarische Hauptstadt erreichte. Da blieben bei anderen Fangruppen die erworbenen ungarischen Zwiebel stecken.

Fazit: Ukraine sicherlich eine Reise wert, wegen einem Tag aber anstrengend. Preislich unter 150 Euro geblieben (Busmiete, Sprit, Hotel, Essen, Eintritt…). Why haven´t I told you!

Violetter Lesestoff

Pünktlich zum Wintereinbruch brachten die TGS ihren neuen “Sonnenkönig” heraus. Ideal für künftige fußballlose Wochenenden.

Wie gewohnt legt man bei den Guys Wert auf die optische Untermalung und provokante Texte. So dürfen die Grüße des alten Sonnenkönig Rudolfs nicht fehlen, wie einige kritische Worte über den vermeintlichen neuen Sonnenkönig Gerhard. Hier wird in gewohnt fundierter Weise nach einem Nachfolger gesucht. Wenn nächste Woche bei der Generalversammlung der ATV Fernsehwagen vor der Tür steht und ein Hansi Hinterseer-Double herumschwirrt, wissen wir das sie mit ihren Vorschlägen nicht so falsch lagen.

Neben zahlreichen Hoppingberichten (wo vor allem der Südamerika Teil lesenswert ist), macht man sich Gedanken über die aktuelle Zuschauerflaute und erklärt die Rivalität zu Parmaschinkenfressern und Pädophilen. Abgerundet wird das ganze durch die bekannten Kolumnen und eine Vorstellung der Fraternité Violette.

Mangels Alternativen, allerdings vor allem wegen der Vereinspolitischen Texte, ist der Sonnenkönig das Um und Auf der violetten Hefterlwelt und erhält eine klare Kaufempfehlung!

Voto: 9,2

Erhältlich bei den Guys am Platz oder über ihre Weltnetzseite!

Austria Salzburg – FC Hard 1:0

Letztes Heimspiel in diesem Jahr, für viele wohl ein Grund im Anschluß kräftig durchzuatmen. Zu durchwachsen verlief der restliche Herbst und auch heute war keine Besserung in Sicht. Die Austria machte zwar Druck nach vorne, zwingende Chancen kamen nicht dabei raus. Hard tat fürs Spiel überhaupt nichts und konzentrierte sich aufs Kontern. Mit viel Glück blieb uns heute ein Gegentreffer verwehrt.

Die violette Rumpftruppe rackerte brav, über die (namentlich) bekannten Kicker durfte man sich aber trotzdem ärgern. Einige Sternchen sollten vom hohen Ross der Vergangenheit runtersteigen und sich wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Ein C. Ronaldo Nachfolger wird mit Sicherheit nicht in Maxglan gesucht und gefunden. So war es der bodenständige Hirsch, der mit einem satten Schuß kurz vor Schluß für die Erlösung sorgte. Unter Mithilfe des mit einem stattlichen Gösser(wobei eher Fohrenburger)-Muskel ausgestatteten Harder Keepers kullerte der Ball in der 83. Minute ins Tor und sorgte für eine langersehnte Jubelkundgebung.

Etwas besser präsentierte sich die Anhängerschaft (wie so oft in den letzten Wochen). Die Parole “Kämpfen+Siegen – Austrianer” samt bengalischer Anfeuerung, sollte den müden Kickern doch wieder Feuer unterm Arsch machen. Doch wie am Feld wollte auch in der Kurve das Feuer nicht so ganz überspringen und so begnügte man sich mit dem RLW-Standardsupport. Während die TGS durch ihr neues Machwerk auf sich aufmerksam machten, zeigte die Unione noch ein Spruchband zur Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes (“Kriminalisiert und überwacht – Rechtsstaat Gute Nacht!”).

Weiters hing heute in Erinnerung an eines der tragischsten Ereignisse der Ultràszene das Konterfeit von Gerhard W. hinter dem Tor. Nächste Woche jährt sich zum fünften Mal der Tag des schlimmen Unfalles. Gerli – Für immer unvergessen!

Wocka Innschbruckch II – Austria Salzburg 1:0

Eigentlich sinnlos Worte für aktuelle Spielberichte zu suchen, denn mit Ausnahme des Neumarkt-Spieles lief alles nach dem selben Schema ab. Sinnloses Herumgedribble, sinnlose Kartenspielereien, sinnlose Gegentore. Seit dem Abgang von Emich hat sich sportlich überhaupt nichts verbessert. Die Mannschaft präsentiert sich regelmäßig in beschämenden Auftritten, irgendwie scheinen die Austria Tugenden der letzten Jahre völlig verflogen zu sein. Es war klar das wir nicht ewig auf Wolke 7 weiterschweben können, doch darf man sich mit einem der teuersten Kader ruhig mehr erwarten. Aber noch hat man ein har(d)es Heimspiel vor sich und die folgende Generalversammlung. Wer weiß in welche Richtung man sich dann entwickelt.

Zu Innsbruck gibts also beim Blick auf das Ergebnis aus sportlicher Sicht auch nicht viel mehr zu sagen. Die jungen Tiroler spielten deutlich schwächer wie letzte Saison, doch wir waren so gastfreundlich und unterboten sie. 2 Rote und etliche Gelbe Karten brachten uns auf den letzten Platz der Fairplaywertung, in der sportlichen Tabelle ist dies (noch) nicht eingetroffen. Erst mit 9 Mann und dem Gegentreffer begann man halbwegs zu spielen, doch fehlt vielen das Herz um mal herausgespielte Chancen zu verwerten.

Wenn die Mannschaft schon nicht glänzt dann müssen die Fans eben für Akzente sorgen. Etwa 600 Violette versammelten sich im leeren Tivoli Stadion. Vor dem Spiel war die örtliche Polizei achtsamer wie letztes Jahr und so wurde jeder aus dem Täterbild “Männlich, über 16, violett” notiert. Laut Polizeibericht erwischte es 54 Personen, eine Gleichstellungskomission müsste hier die Frauenquote überprüfen. Nun ja, Innsbrucker waren sowieso in Wien oder in ihrem Bau, folglich gab es keinerlei Vorkomnisse.

Das Stadion war heute ähnlich verwaist, weder Bar noch Toilette waren geöffnet. Auch auf die Eintrittskarten wurde heute verzichtet und so musste der Tombola-Losblock herhalten. Scheint fast so als ob man sich wieder V.erK.alkulierte und der Sparstift angesetzt wurde. Nicht gespart wurde auf violetter Seite bei der Pyrotechnik. Zur Halbzeit wurde man gut 10 Jahre zurückgeworfen und es wurde sich wie zu glorreichen Fanzeiten präsentiert. Böller, Rauch, Bengalen, emotionale Fangesänge … so hielt sich zumindest ein Teil der Violetten an seine Tugenden. Stimmung war in Hälfte 2 doch ganz ordentlich, auch wenn Schützei mit seinen Geographiekenntnissen wohl kein Universitätsprofessor mehr werden wird.

Die Tivoli Nord war mit etwa 50 Leuten gefüllt. Auf Grund der hohen Tonlage konnte man sie auch kurz vernehmen. Nach der Frage, warum sie denn nicht in Wien seien, wurde es aber wieder leiser. Nach dem Schlußpfiff hieß es für sie rasch nach Hause, waren wohl die Hausaufgaben für Montag noch nicht erledigt.