Rote Brut Junioren – Austria Salzburg 4:1

Nach 5 Monaten Winterpause war es endlich soweit. Erstes Frühjahrsspiel und das gleich in Klessheim. Wochenlang gab es für viele nur ein Gesprächsthema, die sozialen Medien quollen über mit Hasstiraden gegen die roten Junioren. Um auch die Mannschaft, welche gespickt mit etlichen Neuverpflichtungen und neuem Trainerteam, zu motivieren, wurde seitens der Curva Viola das Abschlusstraining besucht. Im Nachhinein kann man sagen, dass diese Zusatzmotivation ganz und gar nichts half. Vermutlich war auch der Auftritt zu aufgesetzt.

Tags darauf lief es dann schon besser. In der ganzen Stadt sah man violette Gruppen herumlaufen. Ob jetzt an der Kepabmeile oder in der eigenen Bude, violett dominierte! An alter Wirkungsstätte in Lehen gab es das obligatorische Treffen bzw. Fotoshooting. Neben unzähligen Austrianern schwirrten auch Pressefotografen in den ersten Reihen herum. Auch kein alltägliches Bild. Man merkte aber schnell, dass Sylvester für viele heuer kürzer dauerte und so konnte hinz und kunz Pyrotechnik mitnehmen. Was an Flaschen- und Böllerwürfen auf die davor stehenden Anhänger leiwand sein soll, wird aber wohl auch nie geklärt werden. Der Marsch selber war diesmal wie erwartet. Etwa 1000 Leute marschierten anfangs durch Lehen, leider ist die Stadt Salzburg ob ihrer Größe für viele undurchschaubar und so teilte sich das ganze nach einer Weile. Ob der Weg hinter den öffentlichen Red Bulls immer der bequemste ist? Seis drum, es passt einfach zu unserem Verein, dass nichts wirklich geordnet abläuft.

Beim Stadion kam man unspektakulär an, selbst mit dem Wissen einer geöffneten Süd war kein wirkliches Krippeln vorhanden. Jeder weiß wer die Stadt regiert. Der ORF wollte es dann aber doch genauer wissen und beging einen Anfängerfehler. Diesen im Nachhinein medial auszuschlachten ist ganz unteres Niveau. Aber man ist es gewohnt von der Medienlandschaft (giornalisti terroristi!).

Einlasskontrollen waren diesmal verstärkt, erstmals kam es das jemand Ermäßigungsausweise kontrollierte. Obwohl viel Material draußen blieb, entfachte der Gästeanhang trotzdem als einziger Feuer. Zum Sportlichen braucht man nicht viel sagen. Lustlosigkeit und fehlende Fitness gepaart mit Unvermögen helfen gegen eine quasi Profitruppe nichts. Einige Herren dürften sowieso noch in der Winterpause hängen geblieben sein, ansonsten ist deren Auftreten nicht rechtzufertigen.

Viel besser war der Auftritt des Gästeblocks. Das die Stimmung nicht überdrüber wird, dürfte jedem vorher schon eingegangen sein. Es war allerdings trotzdem ein sehr guter Auftritt für österreichische Verhältnisse. Vor allem die pyrotechnischen Untermalungen wussten zu gefallen. Ob man immer alles auf das Feld entsorgen sollte, ist Geschmacksache.

Gegenüber bildeten die wilden und wütenden Bullen eine gemeinsame Front gegen…ja gegen wen eigentlich? Ein völlig sinnentleertes Spruchband wiedermal ihrerseits. Dieser erbärmliche Kinderhaufen konnte auch nicht durch das Entblößen einer Hure glänzen. Die einzige Aufmerksamkeit hatten sie, als 2 junge Violette sich ein Herz nahmen und ihren Dreckslappen entfernten. Wieviel Ehre dieser Haufen hat, zeigte sich dann jedem, in dem sie den Putzfetzen wieder anbrachten. Es ist einfach eine Schande, dass soetwas mit der Stadt Salzburg in Verbindung gebracht wird.

Dies sieht leider nicht jeder so. Nach dem Spiel ging es aufs neue mit den Unschuldsbeteuerungen los. Nein, wer dies und das macht beim Gästeanhang ist garantiert kein Austrianer. Konsequenzen, Beteuerungen, Unschuldsvermutungen…mancher könnte in der Politik eine große Karriere starten. Es nervt einfach, dass man sich für alles immer rechtfertigen muss und da vollkommen auf die Basis vergisst. Unumstritten gab es etliche sinnlose Aktionen, doch wer bestimmt ob diese von Austrianern getätigt wurden oder nicht? Wir sind nunmal kein aalglatter Verein, der nur seinesgleichen heranzüchtet. Man muss sich halt auch mal mit dem Fußvolk beschäftigen um Vorgänge zu verstehen und Lösungswege zu finden. Aber dafür hat man noch ein Jahr Zeit, bis es wieder heißt: R*d B*ll bekämpfen!

FC Augsburg – Borussia Dortmund 0:0

Nachdem man schon länger nicht mehr in der BRD war und sich zufällig ein Angebot für dieses Spiel ergab, entschied man sich den amtierenden deutschen Meister anzusehen. Karten mussten bereits 2-3 Monate vorher gekauft werden, da es rasch ausverkauft war.

Recht flott war man von Salzburg drüben, der tägliche Stau auf der miesen Autobahn nach München war die einzige Behinderung. Vorbei am Münchner Schlauchboot (wo der dortige FC Hoffenheim mit 7:1 abschoss) gings weiter nach Augsburg. Im Winter besuchte ich bereits den Weihnachtsmarkt und an sich ist es eine recht schmucke Stadt. Doch das Stadion ist eines der hässlichsten Objekte die man seit langem sah. Irgendwo in der Pampas, mit absolut gar nichts rundherum, wirkt es eher wie eine Industriehalle anstatt eines Fußballplatzes. Wäre unter dem leuchtenden SGL-Arena Schild nicht klein das FCA-Logo würde man auch nie draufkommen. Der kostenpflichtige Parkplatz (5 Euro) war schnell voll, Verpflegung muss man übrigens selber mitbringen. Außerhalb des Stadions gibt es nichts. Einfach gar nichts. Daher nur ein kurzer Abstecher zum mobilen BVB-Fanshop, vorbei an den schwarz-gelben Fanbussen (man merkte hier bereits den Unterschied zu uns, denn wirkliche Alkleichen gab es keine). Nicht das ganze Sortiment des Megastores war erhältlich, doch gab es eine ordentliche Auswahl an Utensilien. Angebote unsere Sitzplatzkarten gegen Gästesteher zu tauschen schlug man aus und so ging es retour zum Sektor B. Eingangskontrollen waren vom Niveau wie bei uns in der Regionalliga, alles durfte rein. Innen dann endlich die erste Gastro, doch schnell wurde man mit seinen Scheinen abgewiesen. Nur mit FCA-Card! Einerseits ist es damit wesentlich schneller an den Kassen, wenn man wöchentlich kommt sicher auch praktischer, doch für externe einfach ein Unding. 10 Euro aufgeladen und nochmal für eine FCA-Knacker (Debreziner im Laugenstangerl) angestanden. Diese ging sich knapp mit einer Apfelschorle aus, wenn man Currywurst mit Pommes und einer Cola wollte musste man neu aufladen (2 Euro Pfand waren auf die Karte). Insgesamt etwas sinnlos das ganze.

Das Stadion innen ist dann wieder erwarten doch recht schön gewesen. Halt eine typische Standardarena mit einem unsäglichen Gästeblock (im Eck über einem “Einfahrtsloch”). Unsere Plätze waren aus Kostengründen sichtbehindert (eine Dachstütze im Sichtfeld), es ging aber durchaus. Blöd war es für diejenigen die direkt hinter der Stütze saßen. Unverständlich das man solche Karten verkauft. Das Stadion war wie erwähnt ausverkauft, der Dortmunder Sektor war randvoll und wurde auf den Sitzern erweitert. Insgesamt sah man eine Vielzahl an gelben bzw. neongelben Trikots (die mussten auch mal wieder entlüftet werden) auf allen Tribünen. Augsburger Fanblock hinter dem Tor überraschte uns dann doch etwas, war es doch eine Riesenstehertribüne (ähnlich in Dresden). Die dortigen Ultras sammelten sich im oberen Bereich, was der Akustik sichtlich gut tat und es so des öfteren richtig laut wurde. Die Lautstärke schafften die Borussen leider nie. Eine nette Choreo zu Beginn (paar Sehenswürdigkeiten und dazu Dortmunder-Stadtschild auf Zetteln) war die beste Aktion des Gästeanhangs. Selten hat man sie derart schlecht gesehen. Mitgesungen haben vielleicht die 1-200 Leute im unteren Bereich, Lautstärke kaum vorhanden. Augsburg hatte auch nicht viel mehr aktive, doch waren sie um einiges lauter. Ab und zu konnte die ganze Tribüne zum Hüpfen animiert werden. Gesänge waren aber auf einer Hand abzählbar und Allerwelts-Chants.

Am Feld spielte sich auch Not gegen Elend ab. Eine typische 0:0 Partie mit kaum zwingenden Chancen (2 auf jeder Seite). Die Kälte tat ihr übriges und so verblieb man eher mit einem Spiel der Kategorie sinnlos).

Im Anschluss wollte man noch sein restliches Guthaben loswerden, doch waren die Gastrostände überrascht mit dem Ansturm (wie oben erwähnt seit 2 Monaten ausverkauft) und so gab es einfach nichts mehr. Rollläden zu. Etwas weiteres unsympathisches war die VIP-Tribüne. Die komplette Haupttribüne war gesperrt für die Zahlungskräftigen, doch auch fein von Köchen verköstigt wurden (außen natürlich mit vielen Glaselementen, dass man ihnen schön zuschauen kann), während das gemeine Volk leer ausging. Bei der Heimtribüne gab es dann immerhin noch eine Portion Pommes Frites. Das Augsburger Publikum erwies sich als sehr redselig und so wurde man ständig über den Ausgang des Spieles angequatscht. Nach 2 Stunden hatte der Spuk ein Ende und man war endlich vom Parkplatz draußen (da baut man ein Stadion ins Grüne und plant die Zufahrtswege derart mies).

Die Euphorie über die deutsche Liga wurde hier sichtlich etwas gebremst, man hat ein neues Stadion gesehen, wirklich zufrieden konnte man aber nicht sein.

Vienna Capitals – Black Wings Linz 5:2

Nachdem es beim letzten Spiel in Wien etwas rüppiger zur Sache ging (beschädigte Autos, Bierschüttereien…) entschloss man sich kurzfristig dieses Spiel zu besuchen. Über die Heimseite der Caps gabs die Tickets zum Selbstausdrucken was sich als Vorteil rausstellte. Über 6000 Besucher kamen zum 6. Play Off Spiel. Die beiden Caps Kurven begrüßten die Mannschaft mit Fahnen, sah ganz nett aus. Linzer konnten keine ausgemacht werden, erst beim Klogang sah man sie im VIP-Club (aus Sicherheitsgründen) postiert.

Spiel war sehr unterhaltsam, speziell das erste Drittel hatte es in sich. Bereits nach ein paar Minuten eine gscheite Schlägerei und viele Strafen. Alles in allem wars aber ruhig und ein verdienter Sieg für die Wiener. Auch außerhalb blieb alles gemütlich.

Österreich – Finnland 3:1

Nachdem das Stadion in Klagenfurt erst nach unserem Abschied aus der Bundesliga erbaut wurde und so wie es aussieht künftig kaum mehr Spiele darin stattfinden werden, nutzte man die Gunst der Stunde und fuhr zum freundschaftlichen Länderspiel nach Kärnten hinunter. Zur Feier des Tages wurde zudem der Cayenne ausgepackt, was sich in unseren Brieftaschen negativ bemerkbar machte.

Schon recht früh war man im sonnigen Kärnten angekommen und konnte gleich die bekannte Gastfreundschaft erleben. Ein Tor zum Spielfeld stand offen, ideal fürs Fotografieren. Ein hysterisches Kreischen der Ordner-Oidn unterbrach dies aber jäh: “Hobts ihr a Akkreditierung? Schleichts eich ause!”. Nächster Stopp VIP-Club. Hier versammelten sich gerade die Hostessen, welche unsere Aufmerksamkeit erregten. Obwohl man bereit war ein Ticket zu kaufen, wurde uns trotzdem der Eintritt für diesen Club verwehrt.

Nächster Anlauf Kartenschalter. 2 Personen dahinter, also jeder zu einem. Nach herumdiskutieren welchen Sektor man nimmt, Verkäufer 1, bekannt als Freundlichkeit in Person: “Kauf dei Kartn woanders, sonst wird des nie was!” Einzig die Krone-Werbemädchen zeigten sich von der freundlichen Seite und so konnten coole Krone-Fahnenkostüme ergattert werden. Auch der Tipp mit der Lokalmeile auf der anderen Stadionseite war nett gemeint. Doch suchte man die Lokale vergebens. 2 Kaffeehäuser und der Billa. Bei letzterem traf man dann wohl auch einen der letzten Begleiter Jörgis an der Wursttheke.

Die Zeit bis zum Anpfiff wollte nicht vergehen, Einlass wurde auch um eine halbe Stunde nach hinten verschoben, es war einfach stinklangweilig. Immerhin konnte man sich die unzähligen Baumängel ansehen (Klos, wo der Boden fehlte, …). Endlich drinnen (Transparente wurden einzeln auf den Inhalt kontrolliert) gings gleich so weiter. Im 2. Rang fehlten etliche Sitze, die Stahlrohrstiegen wirkten auch eher hingepfuscht. Ebenso wie die Stiegl Choreo, wo willkürlich zu wenige Fahnen verteilt wurden. Wenigstens war man unter den Ersten im Stadion und so konnte man sämtliche Fahnen fernsehgerecht anbringen. Etwas verspätet kam dann die Hauptgruppe der Österreich-Fans, die Hurricanes (gemeinsam mit den Saukarln). Optisch fiel man gleich durch die flotten Irokesenperücken auf. Ansonsten war recht wenig los. Pielachtal kam nach einer Buspanne etwas später, “Fürstlich on Tour” und “Roman Wallner-Sauffanklub” waren auch präsent und sorgten an anderen Stellen für Stimmung. Aus Salzburg heute 14 Leute (TGS, UU, LS, Unabhängige) anwesend, welche aber mehr ums Fußball schauen bemüht waren. Die Stimmung heute war ein Blick in die Vergangenheit. Umgedichtete Rapidlieder gemischt mit viel Forza und Ale Ale. Unverständlich wieso man bei der österreichischen Nationalmannschaft nicht in der Landessprache singen kann. Die Mitmachquote war dementsprechend gering. Irgendwann tauchten dann auch noch die Patriots Österreich auf, welche aber ebenso heimlich wieder verschwanden.

Zum Spiel kann man nicht viel sagen. Zweite Partie unter Marcel Koller und man war in der Ukraine sichtlich stärker. Viele Fehler, die Abwehr war meist irgendwo, Tore durch Glück oder Elfmeter. Wirklich berauschend war das Spiel nicht, aber es passt halt einfach zu Heimspielen.

Ansonsten war gar nichts los, einzige Aufregung war als nach dem Spiel ein Obsthändler von 12 Beamten abgeführt wurde. Da aber die Fancops Ramadan haben, wurde er wieder heimgeschickt.

Fazit: Heimspiele waren und sind fürn Oasch! Zeit wirds das der Herbst kommt.

Valencia-Stoke 1:0 / Elche-Huelva 0:3

Am Donnerstag, dem 23.02., ging es mit der Air Berlin runter nach Valencia. Gestartet wurde mit einer Stadtrundfahrt und danach sofort zum Mestalla Stadion um sich Tickets für das abendliche Spiel der Europa Liga zwischen Valencia und Stoke City zu sichern. Als Nicht-Engländer hatte man keine Chancen auf Tickets für den Gästesektor, so gings für 25€ in den zweiten Rang.

Vor, während und nach dem Spiel war die Polizei und ihre Hubschrauber rund um das Stadion stark präsent. Die City-Fans gaben aber auch schon vor dem Spiel ordentlich Gas, bei 1€ für ein Bier nicht verwunderlich. Auch die Frauen ließen sich nicht lumpen. Stoke war mit 5000 Leuten vertreten und machte sich im Stadion 5-6 mal gut bemerkbar. Den Rest blieb man, wie in England typisch, ruhig.

Valencia hatte keine geeinte Kurve und so standen im 3. Rang etwa 30 Leute und in die beiden Ecken bei den Cornerfahnen jeweils 200 Mann. Akustisch konnten sie sich nicht bemerkbar machen, jedoch waren sie über 90 Minuten in Bewegung. Nach dem Spiel blieb alles ruhig.

Am Freitag gabs dann eine Stadtbesichtigung durch Valencia und man erkundigte sich nach guten Verbindungen anch Murcia (Real Murcia – Real Valladolid), doch scheiterte an Rückverbindungen nach Valencia. Daher entschloss man sich am Samstag mit dem Linienbus die 3-stündige Fahrt nach Elche anzutreten und sich dort Elche gegen Recreativo Huelva zu geben.

Die Hinfahrt verging wie im Flug und man war 4 Stunden vor Spielbeginn in einer schönen Geisterstadt. Der 1 stündige Fußmarsch zum Stadion ließ sich mit einem Stadtbummel verbinden. Für 10 € gab es die Kinderkarte für den 1. Rang. 2 Stunden vor Ankick war man der erste im Stadion und hätte die Transparente der Heimkurve schonmal einpacken können. Diese hingen bereits an ihrem Platz im Eck. Vor dem Spiel gingen 3 Cops durch den Block und kontrollierten Fahnen und Transparente. Während der 90 Minuten waren die Ultras Elche gut zu vernehmen. Zu Spielbeginn gab es sogar eine kleine Choreo gegen den Schiri. Es wurden rote Zettel ausgeteilt und wüst geschimpft. Huelva war mit war mit 9 Mann und einem Transparent vertreten. Erfolgreicher liefs für ihre Truppe, die ein 3:0 einfahren konnte.

Danach ging es zurück zum Busbahnhof und über Alicante, wo man eigentlich nur 30 Minuten warten sollte, jedoch die Verbindung ausfiel und dann 3 1/2 Stunden auf dem Busbahnhof verbracht wurde, nach Valencia, wo man um halb 3 ankam.

Fazit: Super Wetter, Super Spiel, Scheiß Busverbindungen!

Louis, ACAB!