Quo vadis, Austria?

Wohin gehst du, Austria? Dies fragen sich nach den Ereignissen der letzten Tage sicher viele! Tagtäglich hört man von neuen Abgängen, von den Neuverpflichtungen der Winterpause ist nur mehr einer übrig. Selbst Urgesteine wie Winkler und Federer verlassen den Verein. Das Austria Boot vor dem Kentern?

Zumindest am Spielermarkt braucht man sich, trotz der vielen Abgänge, wohl wenig Sorgen machen. Rein nominell hat man sich gut verstärkt, wenn alles so eintritt wie geplant hat man die halbe Mannschaft des Vizemeisters verpflichtet. Der ein oder andere muss sich hier allerdings besonders beweisen, da er in der Vergangenheit sehr ungehalten gegenüber der violetten Anhängerschar reagierte.

Dramatischer dürfte sich schon eher die restliche Situation beim Verein entwickeln. Der zentral verwaltete (ehemalige) Fanverein hat in den letzten Monaten zu bröckeln begonnen. Immer mehr Unmutsäußerungen sind zu hören und zu lesen. Teilweise sind es hausgemachte Probleme. Es müsste nur das Informations- und Propagandabüro fleißiger arbeiten und die zahlenden Mitglieder auf den aktuellen Stand bringen. Stattdessen geht man auf Tauchfahrt und reagiert mit Untergriffen auf Unmutsäußerungen. Der Rücktritt des Vorstandes für Finanzen und Strategieentwicklung, Peter Mayer, spricht wohl Bände. Der Unternehmensberater machte bei seiner Bestellung mit gutem Auftreten und Darstellung der Strukturen einen positiven Eindruck. 10 Monate später wirft er das Handtuch. In einem Interview äußert sich Obmann Walter Windischbauer dazu. “Es habe Differenzen über den eingeschlagenen Kurs gegeben.” Gleichzeitig betont WW, dass für die kommende Saison der Aufstieg als Ziel angesehen werden kann (spätestens in 3 Jahren). Hier dürfte Mayer eher die Schaffung einer sicheren Basis in der RLW im Sinn gehabt haben. Dies wirft doch Fragen auf, das Finanzvorstand vor dem Aufstiegsziel einen Rückzieher macht. Gibt es Probleme mit der Finanzierung? Wie soll diese überhaupt aussehen? MyPhone bleibt eine weitere Saison als Hauptsponsor erhalten, doch wo sind weitere große Investoren? Wie soll das Budget innerhalb eines Jahres (im Falle eines Aufstiegs) vervielfacht werden? Wie sieht es ausgabenseitig aus? Nachdem doch recht namhafte Spieler verpflichtet wurden, werden die sicher nicht umsonst auflaufen. Wird hier einem Anif-Schicksal vorgebeugt? Fragen, auf die es wohl wie bisher keine Antworten gibt. Durch Rückgewinnung von Mitgliedern und Zusehern wird es wohl nicht ganz funktionieren. Selbst wenn sich der Obmann durch erfolgreichen Fußball ein volles Haus erhofft, wäre dies doch etwas riskant kalkuliert. Mit Luft und Liebe gewinnt man heute auch nichts mehr.

Ein weiteres Fragezeichen ist die Infrastruktur. Auch hier wird weiter das Stillschweigen darüber betont und das im Hintergrund Millionenprojekte am Laufen sind. Dies hört man nun auch schon seit geraumer Zeit. Sollte wirklich ein Aufstieg nächste Saison klappen, wird man allerdings sicher nicht in einem eigenen Stadion spielen. Ein Ausweichen nach Klessheim wird wohl das realistischste sein, ob dies allerdings die schwindenden Zuseherzahlen korrigiert? Sollte ein eigenes Stadion kommen, wird dies wohl noch Jahre dauern. Da zwar im Verein Sowjet-Methoden wirken, dies aber in der Bevölkerung nicht mehr so gut ankommt, kann man sich wohl auf die ein oder andere Bürgerinitiative freuen. Ein Ausbau in Maxglan wäre daher kurzfristig realistischer. Durch den Wegfall der Parkplätze auf dem Coca Cola Areal entsteht hier aber eine ordentliche Hürde. Es stellt sich zudem die Frage wem diese Geheimnistuerei wirklich etwas bringt? Wollen die angeschlagenen Schaden und Padutsch nicht noch weiter Boden verlieren? Was spricht gegen eine offene Diskussionsrunde mit sämtlichen Stakeholdern? Anrainer, Fans, andere Sportvereine haben ebenso ein Mitspracherecht. Aber vermutlich sind diese Vorgänge zu komplex für den einfachen Bürger/Fan/Sportler (siehe auch Volksbegehrendebatten).

Die nächste Saison dürfte eine richtungsweisende werden. Das Tor zum Profitum soll aufgestossen werden, derzeit ist es aber in vielerlei Hinsicht mehrfach verschlossen. Speziell nach dem Untergang des Linzer ASK, alleinverschuldet durch einen selbstherrlichen Eigentümer, muss man mehrfach wachsam sein. Auch sie hatten die Vision (“2008 spielen wir in Linz internationalen Fußball”), auf Grund von Dilettantismus findet man sich nun in der Regionalliga wieder.

Augen auf!

Frühjahrssaison 2012

Jetzt hat sich hier schon länger nichts getan, was auch bedingt durch die sportliche Bedeutungslosigkeit der letzten Wochen bedingt. Allerdings sollen doch noch ein paar Worte dazu fallen.

Nachdem es sich bereits abzeichnete, verschlechterte sich das Verhältnis zur Staatsmacht weiterhin. Höhepunkte hier sicherlich die Spielverschiebung in Anif (auf Muttertag um 10:30 Uhr) und der Gastauftritt in Wattens (nur 150 Gästekarten, kein Kauf vor Ort möglich). Gerade Anif war unverständlich, da es zu denen keinerlei Bezug gibt (ausgenommen ein paar Sprechchöre gegen Red Bull). Trotzdem wurden 8 Dienststellen der Polizei geschlossen und zu diesem Spiel abgeordert. Der Anpfiff am Sonntag vormittag und die einheitlichen 10 Euro Eintritt waren dann die Spitze des Eisberges. In Wattens wiederum hatte man Angst vor Tiroler Hooligans (gibts sowas überhaupt?), daher glich der Zugang einem Hochsicherheitstrakt. Neben Polizei war auch ein privater Sicherheitsdienst für die Kontrollen zuständig. Penibel wurde nach jedem ACAB Schriftzug gesucht. Im Endeffekt kam nichts dabei raus und es blieb wie immer ruhig.

Sportlich waren die letzten Monate eher wieder eine Talfahrt. Eisl patzte immer wieder und so blieb das Punktekonto nahezu gleich. Einziger Höhepunkt der Gewinn des SFV-Pokals in souveräner Manier gegen den SAK. Damit ist man nächstes Jahr fix in der 1. ÖFB-Cup Runde gesetzt.

Fanmäßig blieb es auch ohne wirkliche Höhepunkte. Das Standardprogramm wurde heruntergespult und somit die Saison ordentlich beendet. Ein Highlight war allerdings sicher der Auftritt in der letzten Runde in Dornbirn, wo man begleitet von Freunden aus Barletta und Udine, den Frust der Saison von sich sang.

Was bleibt nach dieser Saison? Sportlich hat man sich ins Mittelmaß verabschiedet, die trainerlose Zeit im Herbst hat hier sicherlich das ihrige dazu beigetragen. Mit Thomas Hofer wurde aber ein Trainer für langfristige Aufgaben geholt. Aus Fansicht gab es im Gegensatz zur ersten Saison kaum Höhepunkte, auch hier ist der Alltagstrott eingetreten. Nach der Lizenzverweigerung des LASK bleibt zudem der FC Lustenau in der 2. Division und somit ein Gegner mit einer kleinen Anhängerschaft verwehrt. Hoffen kann man noch auf einen Aufstieg des SAK, wenngleich diese Spiele wohl zu Hochrisikospielen stilisiert und deren Rude Toys sich dahinter verstecken werden.

Jetzt einmal Sommerpause genießen!

Austria Salzburg – Pinzgau Saalfelden 3:1 (5. Mai 2012)

Nach dem Altach Spiel gab es die üblichen Medienberichte, wo wir wieder im Zusammenhang mit schweren Randalen erwähnt wurden. Eigentlich eh schon die altbekannte Leier, diesmal sah sich auch unser Sportliche Leiter bemüßigt ein Statement abzugeben und sprach von einem Kampf gegen die eigenen Fans. Wenn er es auch anders meinte, sind so Aussagen einfach entbehrlich. Professionalität wird somit nicht ausgestrahlt.
Beim Heimspiel war dann bei einigen die Lust nicht mehr vorhanden, es wurde eben der übliche Standardauftritt hingelegt (Fahnen, bisschen Pyrotechnik, Sing-Sang).
Fancops zeigten ihre Hinterfotzigkeit indem sie Räubergeschichten verbreiteten, so wurde von angeblichen Verletzungen gesprochen und wieder mit vorgeschriebenen Polizeizügen gedroht (obwohl jeder weiß das dies völlig unnötig ist). Es zeigt den Charakter der Kiwara, da die selben letztes Jahr noch gemeinsam mit Anhängern Bier soffen und nun die selben anscheißen. Bleibt zu hoffen, dass dies von den meisten schnellstens erkannt wird und man sich lieber mit seinesgleichen abgibt.

Altach Amateure – Austria Salzburg 0:1 (1. Mai 2012)

Dank des ungünstigen Termins (Dienstag, 17 Uhr) machten sich nur 2 Busse (1xUU, 1xFV/LY) auf den Weg ins Ländle. Dazu kamen einige Autofahrer, sodass wohl gesamt rund 150 Violette in Altach vor Ort waren.
Busfahrt verlief ohne irgendwelche Probleme, vor allem der Halt beim Getränkehandel sorgte für gute Laune. Beide Busse kamen zeitgleich in Altach an und sorgten gleich für Aufregung, weil die Herren in Uniform noch nicht bereit waren. So drängten etliche Kleinbusse der Polizei Autofahrer ab, damit sie öffentlichkeitswirksam vor unseren Reisebussen ankamen. Im Gegensatz zum letzten Mal war die Atmosphäre aber sehr entspannt.
Für akzeptable 8 bzw. 5 Euro wurde man in den Gästekäfig gesperrt. Die einzige Neuerung war das 5m hohe Netz nun nicht mehr direkt am Zaun sondern mit einem Ausleger 2 m davor montiert wurde. Zur Ergänzung: letztes Jahr wurde das zerstörte Netz ebenso wie der kaputte Zaun beklagt.
Wie schon erwähnt, kaum etwas los, Stimmung aber doch sehr gut da fast nur Szeneleute anwesend. Zu Beginn zeigte man im Gästeblock ein copACABana-Intro mit passendem Spruchband, verteilten Strohhüten sowie aufblasbaren Palmen und Schwimmreifen. Von Altach war niemand vor Ort, dauert wohl bis zu einem Aufeinandertreffen in der ersten Liga bis man diese endlich abseits ihrer Aufkleber zu Gesicht bekommt.

Sportlich braucht man nicht viel Worte verlieren, toll war es nicht. Stimmung trotzdem ganz ordentlich und bei einigen merkte man sichtlich die lange Anfahrt. Zur Halbzeit ein Spruchband der FV “Ohne Pfeffer aus der Dose, habt ihr nur Scheiße in der Hose!”, als Anspielung auf den letztjährigen Polizeieinsatz. Das Spiel plätscherte vor sich hin, bis dann in der Nachspielzeit der lange verletzte Wührer doch noch für Violett traf. Dem Riesenjubel fiel leider das Netz zum Opfer und das gesamte Gestänge flog herunter. Spieler feierten am Feld noch mit den Choreoutensilien und eigentlich war alles vorbei.

Doch leider kam nun der Auftritt der SKBs. Anstatt über den Baupfusch im Sektor zu ermitteln, wollte man die Schuldigen rausholen. Erwischt hat es dann einen völlig Unbeteiligten, der alleine aufs Klo ging. Einen zweiten wolltens dann aus der Gruppe rausholen was in einer Schubserei endete. Bei den Fans siegte dann aber die Vernunft und alles stieg geschlossen in die Busse und trat die Heimfahrt an.

Austria Salzburg – Bregenz 2:2 (28. April 2012)

Hinspiel wurde 0:4 verloren, heute sollte alles besser werden. Im Endeffekt war davon aber nichts zu sehen und vor allem die Abwehr agierte völlig planlos. Mit Glück dann aber in der 93. Minute das 2:2 aus einem Elfer erzielt.

Auf den Tribünen war relativ wenig los. 34 Grad ließen die Leute eher ins Freibad anstatt auf den Fußballplatz pilgern. Einzig die 15 auswärtigen Zuschauer waren im Vorfeld bekannt, trotzdem wurde uns mal wieder ein Sicherheitsspiel aufgebrummt. Die Gäste kamen daher auch wieder nur hinter das Tor und so bekam man kaum etwas mit. Aber sie schienen ähnlich motiviert wie wir.

Zu Beginn zeigten sie eine Fahne für den Erhalt der Regionalliga und gegen den TFV. Bei uns kamen nur die üblichen Fahnen zum Einsatz. Stimmung wie jede Woche, also nichts besonderes, aber auch nicht schlecht.

Bei Bregenz machte sich innerhalb einer halben Stunde ein Spieler besonders unbeliebt (und auch beim Schiri, so durfte er bereits nach 38 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz). Dieser Brasiliano-Legionär foulte  ziemlich böse, schoss das 0:1 inklusive Torjubel Marke Vollaffe vor unserem Block. Anschließend wurde er gefoult, zettelte eine Rauferei an und flog wegen Unsportlichkeit vom Platz. Solche Spieler hat man gerne, deswegen wollten sich ein paar noch besonders verabschieden.

Danach war es wieder ein ruhiger Sommerkick, bissi Pyrotechnik gabs auch noch, allerdings nichts größeres.

Es sollen auch noch ein paar übermütige Gästefans zurechtgewiesen worden sein, allerdings mangels Masse auch nichts gröberes.

Seekirchen – Austria Salzburg 2:2 (21. April 2012)

Auswärts nach Seekirchen versprach nicht viel und es war auch nicht viel. Anreise individuell, die Zugfahrer wurden am Hauptbahnhof von den Unnötigen erwartet, da sich mit Ried ein harter Gegner angesagt hatte. Egal, wir wollten zur Austria und nahmen die elendslange 15 Minuten Fahrt nach Seekirchen auf uns.

Die Anlage ist schon lange bekannt, traf man in der Vergangenheit bereits mehrmals auf die Seekirchner. Zudem ist das Team rund um die Ex-Austrianer Scharrer und Rottensteiner mit etlichen ehemaligen Spielern von uns gespickt. Diese präsentierten sich dann auch wesentlich besser wie wir, speziell Tormann Eisl zeigte wieder etliche Unsicherheiten. Im Endeffekt wurde ein 2:2 gegen einen vermutlichen Absteiger erreicht, ein Grund zu feiern.

Stimmung war ganz ordentlich, immer wieder untermalt von Pyrotechnik. Zum Schluß hin ein Dauergesang, den einige wohl noch Tage durchsangen um den grandiosen Punkt zu feiern.