FC Augsburg – Borussia Dortmund 0:0

Nachdem man schon länger nicht mehr in der BRD war und sich zufällig ein Angebot für dieses Spiel ergab, entschied man sich den amtierenden deutschen Meister anzusehen. Karten mussten bereits 2-3 Monate vorher gekauft werden, da es rasch ausverkauft war.

Recht flott war man von Salzburg drüben, der tägliche Stau auf der miesen Autobahn nach München war die einzige Behinderung. Vorbei am Münchner Schlauchboot (wo der dortige FC Hoffenheim mit 7:1 abschoss) gings weiter nach Augsburg. Im Winter besuchte ich bereits den Weihnachtsmarkt und an sich ist es eine recht schmucke Stadt. Doch das Stadion ist eines der hässlichsten Objekte die man seit langem sah. Irgendwo in der Pampas, mit absolut gar nichts rundherum, wirkt es eher wie eine Industriehalle anstatt eines Fußballplatzes. Wäre unter dem leuchtenden SGL-Arena Schild nicht klein das FCA-Logo würde man auch nie draufkommen. Der kostenpflichtige Parkplatz (5 Euro) war schnell voll, Verpflegung muss man übrigens selber mitbringen. Außerhalb des Stadions gibt es nichts. Einfach gar nichts. Daher nur ein kurzer Abstecher zum mobilen BVB-Fanshop, vorbei an den schwarz-gelben Fanbussen (man merkte hier bereits den Unterschied zu uns, denn wirkliche Alkleichen gab es keine). Nicht das ganze Sortiment des Megastores war erhältlich, doch gab es eine ordentliche Auswahl an Utensilien. Angebote unsere Sitzplatzkarten gegen Gästesteher zu tauschen schlug man aus und so ging es retour zum Sektor B. Eingangskontrollen waren vom Niveau wie bei uns in der Regionalliga, alles durfte rein. Innen dann endlich die erste Gastro, doch schnell wurde man mit seinen Scheinen abgewiesen. Nur mit FCA-Card! Einerseits ist es damit wesentlich schneller an den Kassen, wenn man wöchentlich kommt sicher auch praktischer, doch für externe einfach ein Unding. 10 Euro aufgeladen und nochmal für eine FCA-Knacker (Debreziner im Laugenstangerl) angestanden. Diese ging sich knapp mit einer Apfelschorle aus, wenn man Currywurst mit Pommes und einer Cola wollte musste man neu aufladen (2 Euro Pfand waren auf die Karte). Insgesamt etwas sinnlos das ganze.

Das Stadion innen ist dann wieder erwarten doch recht schön gewesen. Halt eine typische Standardarena mit einem unsäglichen Gästeblock (im Eck über einem “Einfahrtsloch”). Unsere Plätze waren aus Kostengründen sichtbehindert (eine Dachstütze im Sichtfeld), es ging aber durchaus. Blöd war es für diejenigen die direkt hinter der Stütze saßen. Unverständlich das man solche Karten verkauft. Das Stadion war wie erwähnt ausverkauft, der Dortmunder Sektor war randvoll und wurde auf den Sitzern erweitert. Insgesamt sah man eine Vielzahl an gelben bzw. neongelben Trikots (die mussten auch mal wieder entlüftet werden) auf allen Tribünen. Augsburger Fanblock hinter dem Tor überraschte uns dann doch etwas, war es doch eine Riesenstehertribüne (ähnlich in Dresden). Die dortigen Ultras sammelten sich im oberen Bereich, was der Akustik sichtlich gut tat und es so des öfteren richtig laut wurde. Die Lautstärke schafften die Borussen leider nie. Eine nette Choreo zu Beginn (paar Sehenswürdigkeiten und dazu Dortmunder-Stadtschild auf Zetteln) war die beste Aktion des Gästeanhangs. Selten hat man sie derart schlecht gesehen. Mitgesungen haben vielleicht die 1-200 Leute im unteren Bereich, Lautstärke kaum vorhanden. Augsburg hatte auch nicht viel mehr aktive, doch waren sie um einiges lauter. Ab und zu konnte die ganze Tribüne zum Hüpfen animiert werden. Gesänge waren aber auf einer Hand abzählbar und Allerwelts-Chants.

Am Feld spielte sich auch Not gegen Elend ab. Eine typische 0:0 Partie mit kaum zwingenden Chancen (2 auf jeder Seite). Die Kälte tat ihr übriges und so verblieb man eher mit einem Spiel der Kategorie sinnlos).

Im Anschluss wollte man noch sein restliches Guthaben loswerden, doch waren die Gastrostände überrascht mit dem Ansturm (wie oben erwähnt seit 2 Monaten ausverkauft) und so gab es einfach nichts mehr. Rollläden zu. Etwas weiteres unsympathisches war die VIP-Tribüne. Die komplette Haupttribüne war gesperrt für die Zahlungskräftigen, doch auch fein von Köchen verköstigt wurden (außen natürlich mit vielen Glaselementen, dass man ihnen schön zuschauen kann), während das gemeine Volk leer ausging. Bei der Heimtribüne gab es dann immerhin noch eine Portion Pommes Frites. Das Augsburger Publikum erwies sich als sehr redselig und so wurde man ständig über den Ausgang des Spieles angequatscht. Nach 2 Stunden hatte der Spuk ein Ende und man war endlich vom Parkplatz draußen (da baut man ein Stadion ins Grüne und plant die Zufahrtswege derart mies).

Die Euphorie über die deutsche Liga wurde hier sichtlich etwas gebremst, man hat ein neues Stadion gesehen, wirklich zufrieden konnte man aber nicht sein.

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