VfB Stuttgart – Werder Bremen 4:1 (13.04.2012)

Für 50 Euro wurden sich im Vorfeld sichtbehinderte Plätze besorgt. Happig jedoch sind 35 Euro für die Kurve auch nicht gerade wenig. Frühzeitig beim Stadion angekommen, musste man doch mal überlegen ob heute Fußball angesagt ist. Man sah zwar etliche grüne Shirts, doch statt dem Werder Logo fand sich eher der Spruch „U C Me“ wieder. Dazu noch Pappschilder mit Botschaften. Rasch klärte sich das ganze aber auf als am Daimler Stadion vorbei in die Porsche Arena gegangen wurde. Dort fand heute die Wrestlemania Revenge Tour statt.  Leider zeitgleich, denn ein wenig Wrestlingaction wäre schon fein gewesen. So ging es stattdessen ins Palm Beach neben dem Stadion. Lokal war gesteckt voll und zeigte 2. Bundesliga. Preislich etwas höher, Essen sah dagegen sehr gut aus und vor allem dem Auge wurde etwas geboten ;-)

Man wollte dann aber doch im Stadion das Angebot probieren und wechselte die Lokalität. Dort aber der erste Schock: Bezahlung nur mit VfB-Fankarte. Wie in Deutschland üblich? Leider nein, denn hier funktioniert das ganze wie eine Prepaidkarte. Man kauft sich die Karte für 1 oder 3 Jahre, behält diese dann und kann sich online Geld rauf- oder runterladen. Angeblich kann man damit auch außerhalb des Stadions bezahlen. Für Einmalbesucher natürlich unnötige Kosten.

Die Stimmung wurde dann aber rasch durch Grillkäse-Sandwich und Steaksemmel aufgebessert. Gastronomisch gibt es nichts zu bemängeln, eventuell noch die Preise.

Stadion selber ist schon mächtig, hat auch schon einiges an Jahre auf dem Buckel und wurde für die WM renoviert. Die sichtbehinderten Plätze empfehlen sich übrigens für Kurveninteressierte. Dadurch, dass die Trainerbank im Weg ist, sieht man eine Ecke nicht, dafür optimale Sicht auf beide Fanblöcke und 20 Euro günstiger wie eine normale Karte.

Sowohl Cannstätter Kurve wie auch der Gästeblock füllten sich komplett. Beide legten mit Fahnenintros los, Werder garnierte es noch mit einer Bengale. Der Gästeblock überraschte mich dann doch etwas. Erstens die Zaunbeflaggung: Zwar hingen UTB und Wanderers ganz vorne, von Infamous Youth und Racaille Verte war aber nichts zu sehen. Zweitens: Stimmungsmäßig, denn es machten doch viele mit, Bewegung und Lautstärke passten auch (zumindest bis zu den Toren).

Stuttgart toppte das ganze dann aber noch. 3 Vorsänger gaben den Ton an und die Masse folgte. Bei einigen Liedern war es verdammt laut. Überraschend das dabei die Melodik nicht verloren ging und man Lieder durchwegs länger sang. Am Aktivsten schienen die Bereiche hinter Schwabensturm und CC, leider sang man des öfteren aneinander vorbei. Trotzdem war es ein sehr guter Auftritt.

Sportlich lief es natürlich (fast) perfekt für die Schwaben. Speziell Martin Harnik machte wieder einmal auf sich aufmerksam und brachte gleich zweimal den Ball hinter die Linie. Mit der Zeit vermehrte sich auch meine Abneigung gegenüber Werder Bremen. Ein derart unsympathisches Team, dass meistens nur durch Fouls und Unsportlichkeiten auffiel. Marin war einer der speziellen Ungustl, über Torwart Wiese braucht man kein Wort mehr zu verlieren.

Alles in allem war es ein guter Ausflug und es blieb die Erkenntnis, dass die deutsche Ultràszene unsere schon länger überholt hat. Sei es in Sachen Choreographien, Organisation oder Stimmung. Bleibt zu hoffen, dass mit der Rückkehr von Rapid auch in unserem Land wieder etwas mehr weitergeht.

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