FC Zürich – FC Luzern 0:0 (15.04.2012)

Nur das Wiener Derby im Fernsehen, dann doch lieber einen Abstecher nach Zürich machen. FC Zürich galt vor einiger Zeit zudem als Nummer 1 der Schweiz. Mit dem railjet erreicht man die Metropole sehr bequem, bei Schönwetter wäre es zudem eine sehr nette Bahnstrecke entlang des Sees. In Zürich angekommen war man dann schnell einmal überrascht. Anstatt eine feine, saubere Stadt zu sehen zu bekommen, erinnerte es doch stark an Wien. Viele Schmierereien an den Wänden und ähnliche Bevölkerungsverteilung wie in unserer Hauptstadt. Einzig die Preise waren noch geschmalzener (aber wer weiß was Häupl und Vassilakou noch alles einfallen). 4,10SFR für eine einfach Trämli-Fahrt ist heftig. Zum Stadion bei Regen zu laufen wäre dann aber auch nicht so bequem gewesen. Wenn die Bimstation nicht Letzigrund heißen würde, würde man wohl vorbeifahren. Von außen erinnert hier nichts an ein Stadion. Verrostete Wände und Zäune (dürfte aber geplant sein) war alles was man sah. Kassen suchte man zu früher Stunde vergeblich, doch fand man dann doch noch eine hinter dem Gästesektor. 90 Franken für die Gerade war aber ein schlechter Scherz. Am günstigsten bekam man für 30 Franken eine Südkurvenkarte. Bezahlung geht aber nur mit Bargeld. Wo kommt man denn hin, wenn man vermutet in Zürich mit Karte zahlen zu können? Ist natürlich das gleiche mit der anschließenden Bankomatsuche. Eine Trämli-Station retour und dort gabs dann endlich einen Automaten.

Dann konnte auch vorm Stadion eine Wurst zu landestypischen Preisen erworben werden. Rund ums Stadion sammelten sich bei den wenigen Ständen schon Mitglieder der Zürcher Südkurve, ehe es sehr zeitig ins Stadion ging. Es war einfach kaum etwas los und das Wetter versprach auch nichts tolles. Drinnen konnte dann aber der Stand der Südkurve aufgesucht werden, wo ein Mädel bereits alles mögliche verscherbelte. Optisch wussten die Teile sehr zu gefallen, wäre schön wenn es bei uns auch mal ähnliches geben würde. Ich versorgte mich mit Lesestoff von den Boys Zürich. Dieses Heftl für 5 Franken ist durchaus zu empfehlen, gibt es etliche Einblicke über die Repressionen in der Schweiz.

Luzerner waren schwer abzuschätzen würde auf so 6-700 tippen. Diese machten sich auch vor dem Anstoss mit Fahnen und Gesängen bemerkbar. Südkurve war noch am chillen und hatzen. Irgendwie dürfte schweinzen hier zum guten Ton gehören, denn es roch fast überall so. Selbst Kinder (wohl kaum älter wie 14) bauten sich schon was zsam. Musikalisch untermalt wurde das ganze von Reggaemusik in der Kurve.

Wie eingraucht legten sie dann aber auch los. Intro mit Fahnen und Schals sah noch gut aus, Stimmung war dann aber eher eine Schlaftablette. Luzern legte dagegen einen sehr feinen Auftritt hin. Zwar zeigte man auch nur Fahnen, diese aber durchgehend und dazu jede Menge Gesang und Bewegung. War sehr positiv überrascht.

Am Feld war es allerdings ein Armutszeugnis, speziell vom FCZ. Luzern spielte Katz und Maus mit den Zürchern. Ein Eckenverhältnis von 12:1 sagt wohl alles. Ich war echt überrascht wie paniert die Heimischen auftraten.

Die Südkurve wachte in der zweiten Hälfte aber dann doch auf. Speziell mit Wechsel des Vorsängers ging dann wieder mehr und so konnten einige sehr leiwande Lieder vernommen werden.

Auch wenn der Auftritt nicht so toll war, konnten doch etliche Erkenntnisse mitgenommen werden. Das Auftreten der Leute ist sehr ordentlich. Fast jeder trägt Vereinsfarben, mit den Südkurve-Klamotten erhält man zudem stylische Teile. Jogger und Air Max gehören wohl sowieso zum Standardrepertoire. Auf auffallend das doch etliche Mädls ebenso rumliefen und in aktiven Rollen auftauchten. Bei uns wohl unvorstellbar (beiderseitig her). Lieder wurden ebenso wie in Stuttgart über lange Zeit durchgesungen, was bei uns auch nie klappen wird (ebenso mit dem Halten der Geschwindigkeit). Was mir auch auffiel an D und CH: Es gibt viel mehr Bewegung in den Kurven. Hüpfen, Pogen und vor allem Fahnenschwenken. Dagegen ist unsere Kurve quasistatisch. Aber schauen wir was die Zukunft bringt.

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