Slovan Pressburg – AS Rom 1:0 (18.08.2011)

Nachdem Slovan in der CL-Qualifikation an APOEL scheiterte, bekamen Sie in der Europaleague-Qualifikation AS Rom zugelost. Das Italiener nicht unbedingt in größten Zahlen auswärts fahren (speziell in riskante Länder) ist allseits bekannt, da aber gleichzeitig Slovan extrem mobilisierte, sicherte man sich trotzdem Karten für dieses Spiel. War es gegen Roter Stern letztes Jahr nur möglich vor Ort an Karten zu kommen, konnten diese diesmal einfach übers Internet bestellt werden und daheim ausgedruckt werden. Eine Neuerung gab es aber: für den Slovan Fansektor gab es nur Karten über Belasa Slachta (so eine Art Fanorganisation) bzw. in den örtlichen Streetwearläden. Gespielt wurde wieder im Pasienky (das ehemalige Inter-Stadion), welches nun wohl die Heimstätte von Slovan werden wird. Das Tehelne pole ist schon ordentlich verfallen und wird denke ich nicht mehr in Betrieb genommen.

Wir erreichten diesmal relativ früh das Stadion und fuhren mit der Bim Richtung Altstadt. Die Hoffnung auf einen eventuellen Gästemob wurde erfüllt und wir liefen direkt hinein. Schätzungsweise 70 Römer dürften es gewesen sein, sie marschierten aber ruhig und unauffällig Richtung Stadion. Wir genehmigten uns noch das ein oder andere Getränk (die waren auch schonmal günstiger, Bier mittlerweile schon um die 1,50€ und für ein original Cola zahlt man fast 2€).

Eine dreiviertel Stunde vor Anpfiff gings retour zur Bim und bei der Fahrt konnte man sich in den Arsch beißen. Vor einem Pub sah man einen ordentlichen Bullenaufmarsch inklusive Absperrungen und Rettung. Tags darauf konnte man in der Zeitung nachlesen, daß die Römer ein Slovan Pub stürmten und wie üblich mit ihren Messerchen hantierten. Dabei gab es dann einige Festnahmen bei den Gästen.

Wir unterhielten uns in der Straßenbahn derweilen mit einigen Einheimischen, erwiesen diese sich doch als große Anhänger ehemaliger deutscher Politiker. Das in der Slowakei die Uhren noch etwas anders gehen, weiß man unsererorts spätestens seit dem Kampflesbe Lunacek auf einer Schwulenparade in Pressburg attackiert wurde. Endlich angekommen, sah man bereits einen ordentlichen Andrang. Zumindest in diesem Stadion hat man das so noch nicht miterlebt (im Derby eine Woche zuvor gegen Spartak Tyrnau waren gerade mal 4000 Zuseher). Pünktlich mit dem Einmarsch war man endlich drinnen und konnte gerade noch eine nette Choreographie der Heimischen mitansehen. Übers ganze Stadion wurden Zettel in den Vereinsfarben verteilt und im prallgefüllten Fanblock gabs zudem einen Überzieher. Roma enttäuschte vollends und hatte weder einen vollen Sektor noch etwaige Zaunbeflaggung (wie man später rausfand aus Ärger über die Festnahmen). Stimmung auf der Heimseite so gut wie noch nie (zumindest wenn ich sie sah). Der gezielte Verkauf von Fanblocktickets hat sich also doch bezahlt gemacht und es wurde eine konstant hohe Mitmachquote erreicht. Im Gästesektor sammelten sich etwa 300 Leute, wobei der Großteil definitiv Totti-Fans aus Österreich oder Umgebung waren. Bis auf Gesänge gegen Lazio, Slovan und die Polizei konnte man die Romanesi kein einziges Mal vernehmen (insgesamt maximal 5 Minuten gesungen über das ganze Spiel hindurch). Enttäuschend auch die Darbietung am Rasen. Roma mit dem nötigsten, aber vorm Tor zu lässig. Kaum packende Szenen in der ersten Hälfte.

Zur Pause dann der obligatorische Gang zum Stand der Ultras Slovan (mittlerweile auch ein Belasa Slachta Laden). Die String Tangas und Speicherstäbe waren leider nicht mehr vorhanden, dafür gab es neue Hardbass Pressburg Hemden (für alle die es nicht kennen: Hardbass Pressburg). Ansonsten gabs diesmal statt Burenheidln Hot Dogs und Hamburger, welche ganz genießbar waren. Ungenießbar hingegen das alkoholfreie Bier und die Alternative Kofola. Von diesem Dreck kriegt man spätestens nach einem Becher dermaßen Magenbeschwerden, verstehe bis heute nicht wie man dies nur literweise saufen kann. Die zweite Hälfte war sportlich weiterhin mau, allerdings wurde man kurz vor Schluß durch ein Slovan Tor erlöst. Genialer Torjubel und Dauersupport bis zum Schluß, sehr geil anzusehen. Mit Slovan feierten heute auch wieder eine ordentliche Anzahl aus Brünn (hinter der bekannten Johnny Kentus Gang Streetfighter Fahne), einige Leute aus Königshütte (Freundschaft mit Ruch gibt es, soweit mir bekannt, seit letztem Jahr) und Wienern (allerdings ohne Fahne, spielte doch der FAK am selben Tag im Horr). Ex-Veilchen Filip Sebo schnappte sich dann noch das Megaphon und koordinierte die abschließenden Feierlichkeiten.

Für uns gings retour zum Auto noch über bekannte Kreuzung (hinter dem Gästesektor vom Tehelne pole), wo man doch schon die ein oder andere Auseinandersetzung mitbekam, heute aber alles ruhig. Nach kurzer Fahrt war man endlich wieder in der Bundeshauptstadt und konnte Kräfte tanken für den folgenden Arbeitstag. Wer noch nie in der Slowakei war, dem kann ich eine Fahrt dorthin nur empfehlen. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man viel geboten.

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