FC Zürich – FC Luzern 0:0 (15.04.2012)

Nur das Wiener Derby im Fernsehen, dann doch lieber einen Abstecher nach Zürich machen. FC Zürich galt vor einiger Zeit zudem als Nummer 1 der Schweiz. Mit dem railjet erreicht man die Metropole sehr bequem, bei Schönwetter wäre es zudem eine sehr nette Bahnstrecke entlang des Sees. In Zürich angekommen war man dann schnell einmal überrascht. Anstatt eine feine, saubere Stadt zu sehen zu bekommen, erinnerte es doch stark an Wien. Viele Schmierereien an den Wänden und ähnliche Bevölkerungsverteilung wie in unserer Hauptstadt. Einzig die Preise waren noch geschmalzener (aber wer weiß was Häupl und Vassilakou noch alles einfallen). 4,10SFR für eine einfach Trämli-Fahrt ist heftig. Zum Stadion bei Regen zu laufen wäre dann aber auch nicht so bequem gewesen. Wenn die Bimstation nicht Letzigrund heißen würde, würde man wohl vorbeifahren. Von außen erinnert hier nichts an ein Stadion. Verrostete Wände und Zäune (dürfte aber geplant sein) war alles was man sah. Kassen suchte man zu früher Stunde vergeblich, doch fand man dann doch noch eine hinter dem Gästesektor. 90 Franken für die Gerade war aber ein schlechter Scherz. Am günstigsten bekam man für 30 Franken eine Südkurvenkarte. Bezahlung geht aber nur mit Bargeld. Wo kommt man denn hin, wenn man vermutet in Zürich mit Karte zahlen zu können? Ist natürlich das gleiche mit der anschließenden Bankomatsuche. Eine Trämli-Station retour und dort gabs dann endlich einen Automaten.

Dann konnte auch vorm Stadion eine Wurst zu landestypischen Preisen erworben werden. Rund ums Stadion sammelten sich bei den wenigen Ständen schon Mitglieder der Zürcher Südkurve, ehe es sehr zeitig ins Stadion ging. Es war einfach kaum etwas los und das Wetter versprach auch nichts tolles. Drinnen konnte dann aber der Stand der Südkurve aufgesucht werden, wo ein Mädel bereits alles mögliche verscherbelte. Optisch wussten die Teile sehr zu gefallen, wäre schön wenn es bei uns auch mal ähnliches geben würde. Ich versorgte mich mit Lesestoff von den Boys Zürich. Dieses Heftl für 5 Franken ist durchaus zu empfehlen, gibt es etliche Einblicke über die Repressionen in der Schweiz.

Luzerner waren schwer abzuschätzen würde auf so 6-700 tippen. Diese machten sich auch vor dem Anstoss mit Fahnen und Gesängen bemerkbar. Südkurve war noch am chillen und hatzen. Irgendwie dürfte schweinzen hier zum guten Ton gehören, denn es roch fast überall so. Selbst Kinder (wohl kaum älter wie 14) bauten sich schon was zsam. Musikalisch untermalt wurde das ganze von Reggaemusik in der Kurve.

Wie eingraucht legten sie dann aber auch los. Intro mit Fahnen und Schals sah noch gut aus, Stimmung war dann aber eher eine Schlaftablette. Luzern legte dagegen einen sehr feinen Auftritt hin. Zwar zeigte man auch nur Fahnen, diese aber durchgehend und dazu jede Menge Gesang und Bewegung. War sehr positiv überrascht.

Am Feld war es allerdings ein Armutszeugnis, speziell vom FCZ. Luzern spielte Katz und Maus mit den Zürchern. Ein Eckenverhältnis von 12:1 sagt wohl alles. Ich war echt überrascht wie paniert die Heimischen auftraten.

Die Südkurve wachte in der zweiten Hälfte aber dann doch auf. Speziell mit Wechsel des Vorsängers ging dann wieder mehr und so konnten einige sehr leiwande Lieder vernommen werden.

Auch wenn der Auftritt nicht so toll war, konnten doch etliche Erkenntnisse mitgenommen werden. Das Auftreten der Leute ist sehr ordentlich. Fast jeder trägt Vereinsfarben, mit den Südkurve-Klamotten erhält man zudem stylische Teile. Jogger und Air Max gehören wohl sowieso zum Standardrepertoire. Auf auffallend das doch etliche Mädls ebenso rumliefen und in aktiven Rollen auftauchten. Bei uns wohl unvorstellbar (beiderseitig her). Lieder wurden ebenso wie in Stuttgart über lange Zeit durchgesungen, was bei uns auch nie klappen wird (ebenso mit dem Halten der Geschwindigkeit). Was mir auch auffiel an D und CH: Es gibt viel mehr Bewegung in den Kurven. Hüpfen, Pogen und vor allem Fahnenschwenken. Dagegen ist unsere Kurve quasistatisch. Aber schauen wir was die Zukunft bringt.

FC Wil – SR Delemont 6:1 (14.04.2012)

Tags darauf ging es zum Sightseeing nach St. Gallen. Wirklich viel ist nicht los, bei dem schlechten Wetter aber auch kein Nachteil. Preislich war es aber der Hammer. 11 Franken für einen Kebap oder 3,50 für einen Mäci-Chesseburger sind nicht mehr normal. So blieb es bei Supermarktnahrung.

Wil ist etwa 30 Minuten von St. Gallen entfernt und spiel aktuelle in der 2. Liga. Da das Bergholzstadion umgebaut werden soll, muss man nach Ende der Saison nach St. Gallen ausweichen. Eine optimale Gelegenheit also für einen Besuch. Für 10 Franken gabs die ermäßigte Steherkarte, viel mehr wäre es auch nicht wert gewesen. Haupttribünensitzplatz für 35 Franken? Idiotisch. Stadion könnte genauso gut in der Regionalliga West sein, denn außer ein paar Sitzplätzen und betonierten Stufen war da nicht. Mit der Steherkarte konnte man am ganzen Platz herumgehen und somit brauchte man nicht mehr. Gastro war diesmal relativ klein, doch gab es etliche Schmankerln. Vor allem die Bratwurt im Säckli wusste zu gefallen. Anstatt alles auf einen Pappteller zu klatschen, geben es die Schweizer in ein Papiersackerl, womit man es viel einfacher und ohne schmutzig machen essen kann. Dazu gibt’s eine Scheibe Brot. Preislich war man mit 6 Franken dabei, utopisch eigentlich.

Zuschauerzahl heute betrug 820, sah eigentlich nach noch weniger aus. Der Heimblock umfasste etwa 50 Personen und machte sich eigentlich hauptsächlich durch die unzähligen Aufkleber rund um das Stadion bemerkbar. Man muss aber dazusagen, dass sie auch drinnen brav sangen und auch ihre Fahnen brav schwenkten. Gästefans waren gezählte 5 anwesend. Gästesektor wäre eigentlich ziemlich fein gewesen, die Holzstufen erinnerten sehr ans Nonntal. Auch die Spuren von Pyrotechnik und Klebeband deuteten darauf hin, dass hier noch vor kurzem größere Fankurven anwesend waren. Die Feinheiten des Gästesektors  nutzten dann auch die Heimischen, in dem sie in Hälfte 2 den Platz wechselten. Hier konnten sie wieder fleißig gegen den unbeliebten Torwart von Delemont pöbeln.

Am Feld war es eine sehr eindeutige Angelegenheit. Wil schoss ein Tor nach dem anderen und musste sich nur in der Schlussminute geschlagen geben. Damit sollten sie die Klasse halten können. Auffallend übrigens die Vielzahl an Legionären im Team (4 oder 5 Schwarze, 1 Chinese….). Dürfte halt üblich sein.

VfB Stuttgart – Werder Bremen 4:1 (13.04.2012)

Für 50 Euro wurden sich im Vorfeld sichtbehinderte Plätze besorgt. Happig jedoch sind 35 Euro für die Kurve auch nicht gerade wenig. Frühzeitig beim Stadion angekommen, musste man doch mal überlegen ob heute Fußball angesagt ist. Man sah zwar etliche grüne Shirts, doch statt dem Werder Logo fand sich eher der Spruch „U C Me“ wieder. Dazu noch Pappschilder mit Botschaften. Rasch klärte sich das ganze aber auf als am Daimler Stadion vorbei in die Porsche Arena gegangen wurde. Dort fand heute die Wrestlemania Revenge Tour statt.  Leider zeitgleich, denn ein wenig Wrestlingaction wäre schon fein gewesen. So ging es stattdessen ins Palm Beach neben dem Stadion. Lokal war gesteckt voll und zeigte 2. Bundesliga. Preislich etwas höher, Essen sah dagegen sehr gut aus und vor allem dem Auge wurde etwas geboten ;-)

Man wollte dann aber doch im Stadion das Angebot probieren und wechselte die Lokalität. Dort aber der erste Schock: Bezahlung nur mit VfB-Fankarte. Wie in Deutschland üblich? Leider nein, denn hier funktioniert das ganze wie eine Prepaidkarte. Man kauft sich die Karte für 1 oder 3 Jahre, behält diese dann und kann sich online Geld rauf- oder runterladen. Angeblich kann man damit auch außerhalb des Stadions bezahlen. Für Einmalbesucher natürlich unnötige Kosten.

Die Stimmung wurde dann aber rasch durch Grillkäse-Sandwich und Steaksemmel aufgebessert. Gastronomisch gibt es nichts zu bemängeln, eventuell noch die Preise.

Stadion selber ist schon mächtig, hat auch schon einiges an Jahre auf dem Buckel und wurde für die WM renoviert. Die sichtbehinderten Plätze empfehlen sich übrigens für Kurveninteressierte. Dadurch, dass die Trainerbank im Weg ist, sieht man eine Ecke nicht, dafür optimale Sicht auf beide Fanblöcke und 20 Euro günstiger wie eine normale Karte.

Sowohl Cannstätter Kurve wie auch der Gästeblock füllten sich komplett. Beide legten mit Fahnenintros los, Werder garnierte es noch mit einer Bengale. Der Gästeblock überraschte mich dann doch etwas. Erstens die Zaunbeflaggung: Zwar hingen UTB und Wanderers ganz vorne, von Infamous Youth und Racaille Verte war aber nichts zu sehen. Zweitens: Stimmungsmäßig, denn es machten doch viele mit, Bewegung und Lautstärke passten auch (zumindest bis zu den Toren).

Stuttgart toppte das ganze dann aber noch. 3 Vorsänger gaben den Ton an und die Masse folgte. Bei einigen Liedern war es verdammt laut. Überraschend das dabei die Melodik nicht verloren ging und man Lieder durchwegs länger sang. Am Aktivsten schienen die Bereiche hinter Schwabensturm und CC, leider sang man des öfteren aneinander vorbei. Trotzdem war es ein sehr guter Auftritt.

Sportlich lief es natürlich (fast) perfekt für die Schwaben. Speziell Martin Harnik machte wieder einmal auf sich aufmerksam und brachte gleich zweimal den Ball hinter die Linie. Mit der Zeit vermehrte sich auch meine Abneigung gegenüber Werder Bremen. Ein derart unsympathisches Team, dass meistens nur durch Fouls und Unsportlichkeiten auffiel. Marin war einer der speziellen Ungustl, über Torwart Wiese braucht man kein Wort mehr zu verlieren.

Alles in allem war es ein guter Ausflug und es blieb die Erkenntnis, dass die deutsche Ultràszene unsere schon länger überholt hat. Sei es in Sachen Choreographien, Organisation oder Stimmung. Bleibt zu hoffen, dass mit der Rückkehr von Rapid auch in unserem Land wieder etwas mehr weitergeht.

Austria Lustenau – Austria Wien 1:2 (11.04.2012)

Nach der Arbeit ging es ins Reichshofstadion in Lustenau. Alleine der Weg zum Parkplatz war schon eine Geschichte für sich. Über Bahngleise darüber ging es eine Steile Rampe hinunter auf eine Wiese. Etwas schneller und ortsunkundig wäre man fast statt über die Rampe eine Böschung runtergeflogen.

Für 9 Euro war man auf einem Stehplatz, völlig in Ordnung. Ich wählte den Platz auf der Laufbahn und stand neben den ORF-Koryphäen Polzer und Schinkels. Stadion war gut gefüllt und so zeigte die Heimkurve ein sehr nettes Fahnenintro. Aus Wien waren dagegen nur etwa 60 Leute angereist, die sich nicht wirklich bemerkbar machten. Stimmung auf der Heimtribüne durchgehend, wenn auch sie nicht mehr wie 50 Supporter haben. Erst Hälfte zeigten die Wiener wer der Bundesligist ist und ließen den Vorarlbergern keine nennenswerten Chancen. Zum Ende hin wurden diese stärker, bis auf den Anschlusstreffer kam aber nichts zählbares dabei raus.

Das interessantere ist schon eher das Austria Dorf. Neben gegrillten Würstel gibt’s Käsefladen, Schupfnudeln, Brezen, Süßigkeiten und vieles mehr. Dazu jede Menge Getränkestände bei denen man die Wahl zwischen feinen Achterl, Aperol Sprizz oder Wodka-Energy hatte. Dazu noch Kinderspielplätze und eine kleine Kapelle. Ein interessantes Konzept!

FC Vaduz – FC Triesenberg 3:1 (10.04.2012)

Bei freiem Eintritt ging es los mit meinem Spielemarathon. Diesmal wurde der Länderpunkt Liechtenstein mit dem Pokal-Halbfinale zwischen Vaduz und Triesenberg gesichert. Gleich vorweg, viel los war nicht.

Bei starkem Wind machte man es sich im schmucken Rheinparkstadion bequem. Auffallend die Zähltafel für die erzeugten kWh Solarenergie. Am Dach des Stadions befindet sich eine Photovoltaikanlage, die angeblich Strom für 15 Haushalte erzeugt. Damit war dem ganzen heute ein grüner Daumen aufgedrückt. Zudem wurde ein Augenmerk auf Barrierefreiheit gerichtet und so findet sich mitten auf der Haupttribüne eine Rollstuhlrampe.

Sportlich wie fanmäßig wars für die Würscht. Die Heimischen gewannen 3:1 und hatten als Favorit doch zu kämpfen. Auf den Rängen waren die Kids aus Triesenberg lauter wie die Kids der Heimischen.

SV Hall – Austria Salzburg 1:3

Nachdem es im Herbst schon das Theater rund um dieses Spiel gab und man sich auf einen Platztausch einigte, stand selbes Spiel jetzt im Frühjahr wieder an. Frühzeitig (wie üblich) wurde der Austragungsort bekannt gegeben und dankenswerterweise übernahm man sämtliche Kosten der Tiroler. Gespielt wurde in Oberndorf, welches wohl den meisten nur durch die Stille Nacht-Kapelle bekannt ist. Zu PSV-Zeiten gastierte man allerdings schon einmal auf der netten Anlage mit den Holzbänken und den Wellblechwänden.

Ordnerdienst wurde von der Austria übernommen, Gastro von den Ortsansässigen, einzig Umziehen mussten die Tiroler sich schon noch selber. Damit alles reibungslos abläuft, war sämtliche SKB-Prominenz anwesend. Nebenbei kamen auch 1100 Violette. Lag wohl auch daran weil der tolle ORF keine wöchentliche Fernsehübertragung mehr bringt.

Eigentlich gibts nicht viel zu berichten von diesem Kick. Mannschaft verunsichert, gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten sollte man eigentlich anders aufspielen. Kurve ganz ordentlich, wie auch hier schon die ganze Saison. Erwähnenswert ist eigentlich nur mehr die Gastro, welche neben moderaten Preisen auch Kaffee und Kuchen kredenzte.

Nächste Woche gehts gegen Union Innsbruck. Nach den Vorfällen im Herbst wird es hier sicher mehr zu berichten geben.

Rote Brut Junioren – Austria Salzburg 4:1

Nach 5 Monaten Winterpause war es endlich soweit. Erstes Frühjahrsspiel und das gleich in Klessheim. Wochenlang gab es für viele nur ein Gesprächsthema, die sozialen Medien quollen über mit Hasstiraden gegen die roten Junioren. Um auch die Mannschaft, welche gespickt mit etlichen Neuverpflichtungen und neuem Trainerteam, zu motivieren, wurde seitens der Curva Viola das Abschlusstraining besucht. Im Nachhinein kann man sagen, dass diese Zusatzmotivation ganz und gar nichts half. Vermutlich war auch der Auftritt zu aufgesetzt.

Tags darauf lief es dann schon besser. In der ganzen Stadt sah man violette Gruppen herumlaufen. Ob jetzt an der Kepabmeile oder in der eigenen Bude, violett dominierte! An alter Wirkungsstätte in Lehen gab es das obligatorische Treffen bzw. Fotoshooting. Neben unzähligen Austrianern schwirrten auch Pressefotografen in den ersten Reihen herum. Auch kein alltägliches Bild. Man merkte aber schnell, dass Sylvester für viele heuer kürzer dauerte und so konnte hinz und kunz Pyrotechnik mitnehmen. Was an Flaschen- und Böllerwürfen auf die davor stehenden Anhänger leiwand sein soll, wird aber wohl auch nie geklärt werden. Der Marsch selber war diesmal wie erwartet. Etwa 1000 Leute marschierten anfangs durch Lehen, leider ist die Stadt Salzburg ob ihrer Größe für viele undurchschaubar und so teilte sich das ganze nach einer Weile. Ob der Weg hinter den öffentlichen Red Bulls immer der bequemste ist? Seis drum, es passt einfach zu unserem Verein, dass nichts wirklich geordnet abläuft.

Beim Stadion kam man unspektakulär an, selbst mit dem Wissen einer geöffneten Süd war kein wirkliches Krippeln vorhanden. Jeder weiß wer die Stadt regiert. Der ORF wollte es dann aber doch genauer wissen und beging einen Anfängerfehler. Diesen im Nachhinein medial auszuschlachten ist ganz unteres Niveau. Aber man ist es gewohnt von der Medienlandschaft (giornalisti terroristi!).

Einlasskontrollen waren diesmal verstärkt, erstmals kam es das jemand Ermäßigungsausweise kontrollierte. Obwohl viel Material draußen blieb, entfachte der Gästeanhang trotzdem als einziger Feuer. Zum Sportlichen braucht man nicht viel sagen. Lustlosigkeit und fehlende Fitness gepaart mit Unvermögen helfen gegen eine quasi Profitruppe nichts. Einige Herren dürften sowieso noch in der Winterpause hängen geblieben sein, ansonsten ist deren Auftreten nicht rechtzufertigen.

Viel besser war der Auftritt des Gästeblocks. Das die Stimmung nicht überdrüber wird, dürfte jedem vorher schon eingegangen sein. Es war allerdings trotzdem ein sehr guter Auftritt für österreichische Verhältnisse. Vor allem die pyrotechnischen Untermalungen wussten zu gefallen. Ob man immer alles auf das Feld entsorgen sollte, ist Geschmacksache.

Gegenüber bildeten die wilden und wütenden Bullen eine gemeinsame Front gegen…ja gegen wen eigentlich? Ein völlig sinnentleertes Spruchband wiedermal ihrerseits. Dieser erbärmliche Kinderhaufen konnte auch nicht durch das Entblößen einer Hure glänzen. Die einzige Aufmerksamkeit hatten sie, als 2 junge Violette sich ein Herz nahmen und ihren Dreckslappen entfernten. Wieviel Ehre dieser Haufen hat, zeigte sich dann jedem, in dem sie den Putzfetzen wieder anbrachten. Es ist einfach eine Schande, dass soetwas mit der Stadt Salzburg in Verbindung gebracht wird.

Dies sieht leider nicht jeder so. Nach dem Spiel ging es aufs neue mit den Unschuldsbeteuerungen los. Nein, wer dies und das macht beim Gästeanhang ist garantiert kein Austrianer. Konsequenzen, Beteuerungen, Unschuldsvermutungen…mancher könnte in der Politik eine große Karriere starten. Es nervt einfach, dass man sich für alles immer rechtfertigen muss und da vollkommen auf die Basis vergisst. Unumstritten gab es etliche sinnlose Aktionen, doch wer bestimmt ob diese von Austrianern getätigt wurden oder nicht? Wir sind nunmal kein aalglatter Verein, der nur seinesgleichen heranzüchtet. Man muss sich halt auch mal mit dem Fußvolk beschäftigen um Vorgänge zu verstehen und Lösungswege zu finden. Aber dafür hat man noch ein Jahr Zeit, bis es wieder heißt: R*d B*ll bekämpfen!

FC Augsburg – Borussia Dortmund 0:0

Nachdem man schon länger nicht mehr in der BRD war und sich zufällig ein Angebot für dieses Spiel ergab, entschied man sich den amtierenden deutschen Meister anzusehen. Karten mussten bereits 2-3 Monate vorher gekauft werden, da es rasch ausverkauft war.

Recht flott war man von Salzburg drüben, der tägliche Stau auf der miesen Autobahn nach München war die einzige Behinderung. Vorbei am Münchner Schlauchboot (wo der dortige FC Hoffenheim mit 7:1 abschoss) gings weiter nach Augsburg. Im Winter besuchte ich bereits den Weihnachtsmarkt und an sich ist es eine recht schmucke Stadt. Doch das Stadion ist eines der hässlichsten Objekte die man seit langem sah. Irgendwo in der Pampas, mit absolut gar nichts rundherum, wirkt es eher wie eine Industriehalle anstatt eines Fußballplatzes. Wäre unter dem leuchtenden SGL-Arena Schild nicht klein das FCA-Logo würde man auch nie draufkommen. Der kostenpflichtige Parkplatz (5 Euro) war schnell voll, Verpflegung muss man übrigens selber mitbringen. Außerhalb des Stadions gibt es nichts. Einfach gar nichts. Daher nur ein kurzer Abstecher zum mobilen BVB-Fanshop, vorbei an den schwarz-gelben Fanbussen (man merkte hier bereits den Unterschied zu uns, denn wirkliche Alkleichen gab es keine). Nicht das ganze Sortiment des Megastores war erhältlich, doch gab es eine ordentliche Auswahl an Utensilien. Angebote unsere Sitzplatzkarten gegen Gästesteher zu tauschen schlug man aus und so ging es retour zum Sektor B. Eingangskontrollen waren vom Niveau wie bei uns in der Regionalliga, alles durfte rein. Innen dann endlich die erste Gastro, doch schnell wurde man mit seinen Scheinen abgewiesen. Nur mit FCA-Card! Einerseits ist es damit wesentlich schneller an den Kassen, wenn man wöchentlich kommt sicher auch praktischer, doch für externe einfach ein Unding. 10 Euro aufgeladen und nochmal für eine FCA-Knacker (Debreziner im Laugenstangerl) angestanden. Diese ging sich knapp mit einer Apfelschorle aus, wenn man Currywurst mit Pommes und einer Cola wollte musste man neu aufladen (2 Euro Pfand waren auf die Karte). Insgesamt etwas sinnlos das ganze.

Das Stadion innen ist dann wieder erwarten doch recht schön gewesen. Halt eine typische Standardarena mit einem unsäglichen Gästeblock (im Eck über einem “Einfahrtsloch”). Unsere Plätze waren aus Kostengründen sichtbehindert (eine Dachstütze im Sichtfeld), es ging aber durchaus. Blöd war es für diejenigen die direkt hinter der Stütze saßen. Unverständlich das man solche Karten verkauft. Das Stadion war wie erwähnt ausverkauft, der Dortmunder Sektor war randvoll und wurde auf den Sitzern erweitert. Insgesamt sah man eine Vielzahl an gelben bzw. neongelben Trikots (die mussten auch mal wieder entlüftet werden) auf allen Tribünen. Augsburger Fanblock hinter dem Tor überraschte uns dann doch etwas, war es doch eine Riesenstehertribüne (ähnlich in Dresden). Die dortigen Ultras sammelten sich im oberen Bereich, was der Akustik sichtlich gut tat und es so des öfteren richtig laut wurde. Die Lautstärke schafften die Borussen leider nie. Eine nette Choreo zu Beginn (paar Sehenswürdigkeiten und dazu Dortmunder-Stadtschild auf Zetteln) war die beste Aktion des Gästeanhangs. Selten hat man sie derart schlecht gesehen. Mitgesungen haben vielleicht die 1-200 Leute im unteren Bereich, Lautstärke kaum vorhanden. Augsburg hatte auch nicht viel mehr aktive, doch waren sie um einiges lauter. Ab und zu konnte die ganze Tribüne zum Hüpfen animiert werden. Gesänge waren aber auf einer Hand abzählbar und Allerwelts-Chants.

Am Feld spielte sich auch Not gegen Elend ab. Eine typische 0:0 Partie mit kaum zwingenden Chancen (2 auf jeder Seite). Die Kälte tat ihr übriges und so verblieb man eher mit einem Spiel der Kategorie sinnlos).

Im Anschluss wollte man noch sein restliches Guthaben loswerden, doch waren die Gastrostände überrascht mit dem Ansturm (wie oben erwähnt seit 2 Monaten ausverkauft) und so gab es einfach nichts mehr. Rollläden zu. Etwas weiteres unsympathisches war die VIP-Tribüne. Die komplette Haupttribüne war gesperrt für die Zahlungskräftigen, doch auch fein von Köchen verköstigt wurden (außen natürlich mit vielen Glaselementen, dass man ihnen schön zuschauen kann), während das gemeine Volk leer ausging. Bei der Heimtribüne gab es dann immerhin noch eine Portion Pommes Frites. Das Augsburger Publikum erwies sich als sehr redselig und so wurde man ständig über den Ausgang des Spieles angequatscht. Nach 2 Stunden hatte der Spuk ein Ende und man war endlich vom Parkplatz draußen (da baut man ein Stadion ins Grüne und plant die Zufahrtswege derart mies).

Die Euphorie über die deutsche Liga wurde hier sichtlich etwas gebremst, man hat ein neues Stadion gesehen, wirklich zufrieden konnte man aber nicht sein.

Vienna Capitals – Black Wings Linz 5:2

Nachdem es beim letzten Spiel in Wien etwas rüppiger zur Sache ging (beschädigte Autos, Bierschüttereien…) entschloss man sich kurzfristig dieses Spiel zu besuchen. Über die Heimseite der Caps gabs die Tickets zum Selbstausdrucken was sich als Vorteil rausstellte. Über 6000 Besucher kamen zum 6. Play Off Spiel. Die beiden Caps Kurven begrüßten die Mannschaft mit Fahnen, sah ganz nett aus. Linzer konnten keine ausgemacht werden, erst beim Klogang sah man sie im VIP-Club (aus Sicherheitsgründen) postiert.

Spiel war sehr unterhaltsam, speziell das erste Drittel hatte es in sich. Bereits nach ein paar Minuten eine gscheite Schlägerei und viele Strafen. Alles in allem wars aber ruhig und ein verdienter Sieg für die Wiener. Auch außerhalb blieb alles gemütlich.